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Falsche Rechnungen O2 soll Millionenbetrag zurückzahlen

Nach der Währungsumstellung von D-Mark in Euro soll der Mobilfunker O2 falsch gerechnet haben – nach Überzeugung von Verbraucherschützern stellten die Münchener ihren Kunden Millionen zuviel in Rechnung. Den Betrag soll O2 nun zurückzahlen.

Hamburg - Die Hamburger Verbraucherzentrale hat Klage vor dem Landgericht München erhoben, um von O2 die Zahl der betroffenen Kunden zu erfahren. In einem weiteren Prozess wollen die Verbraucherschützer dann den nach ihrer Ansicht rechtswidrig erzielten Gewinn von mindesten 1,3 Millionen Euro abschöpfen lassen. Das Verfahren wird sich voraussichtlich über Jahre hinziehen.

O2-Werbeplakat: Ungenauigkeiten bei Kleinstbeträgen
DDP

O2-Werbeplakat: Ungenauigkeiten bei Kleinstbeträgen

Laut Verbraucherzentrale hatte der O2-Vorläufer Viag-Interkom im Herbst 2001 die Minutenpreise fürs Telefonieren von Mark in Euro falsch umgerechnet. Durch die Rundungsdifferenzen bei den Kleinstbeträgen seien einem Durchschnittskunden mit 30 Euro Umsatz Nachteile von etwa 1,08 Euro pro Monat entstanden, sagte Edda Castello von der Verbraucherzentrale. Sie wirft dem Unternehmen planmäßige Irreführung der Kunden vor.

Das Landgericht München hat nach Angaben der Verbraucherzentrale bereits in einem rechtskräftigen Urteil die falsche Umrechnung festgestellt. Sogar der Europäische Gerichtshof habe die Unzulässigkeit der Umrechnungsmethode im Jahr 2004 bestätigt.

Die Verbraucherschützer verlangen nun eine Abschöpfung dieser Gewinne nach dem Wettbewerbsrecht. Demnach dürfen vorsätzlich unrechtmäßig erzielte Gewinne beim Unternehmen abgeschöpft werden und fließen in die Staatskasse.

Die damals geschädigten Kunden sollten dagegen laut Verbraucherzentrale Hoffnungen auf Rückzahlungen begraben. "Die meisten individuellen Ansprüche sind wohl verjährt", sagte Castello. Dennoch müsse das Täuschen von Verbrauchern Konsequenzen haben, begründete sie die Klage.

In einem unüblichen Schritt wird das Prozessrisiko von einem Prozesskostenfinanzierer getragen. Das Unternehmen Fortis aus Bonn legt zunächst alle Kosten auf eigenes Risiko aus. Bei Erfolg erhält Fortis einen Anteil an den abgeschöpfen Gewinnen. O2 äußerte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorwürfen.

mik/AP

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