Wirtschaft



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02.10.2007
 

Milliardenschaden

BKA zählt 95.887 Fälle von Wirtschaftskriminalität

Deutlicher Anstieg der Wirtschaftskriminalität in Deutschland: Das Bundeskriminalamt registrierte im vergangenen Jahr 7,5 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr. Der entstandene Schaden summiert sich auf 4,3 Milliarden Euro.

Wiesbaden - Insgesamt weist die Kriminalstatistik der Polizei für das vergangene Jahr 95.887 Fälle von Wirtschaftskriminalität auf, wie das Bundeskriminalamt (BKA) heute in Wiesbaden mitteilte. Das waren 6663 Fälle oder 7,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor - und der dritte Anstieg in Folge. Der verursachte Schaden belief sich auf rund 4,3 Milliarden Euro - eine Steigerung um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Geldtransporter von Heros: Allein dieser Fall sorgte für einen Schaden von 500 Millionen Euro
DPA

Geldtransporter von Heros: Allein dieser Fall sorgte für einen Schaden von 500 Millionen Euro

Zum Vergleich: Der registrierte Schaden aller erfassten Delikte hat rund 8,2 Milliarden Euro betragen. Die Wirtschaftskriminalität hat damit einen Anteil von 53 Prozent an der Gesamtschadenssumme aller Delikte. Bei der Zahl der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten entfielen dagegen nur 1,5 Prozent auf die Wirtschaftskriminalität.

Laut BKA haben einzelne Großverfahren die Statistik im Jahr 2006 stark beeinflusst. Die Zahl der Tatverdächtigen ist dagegen um 9,9 Prozent auf 35.751 zurückgegangen.

Allerdings dürften die polizeilich registrierten Fallzahlen das tatsächliche Ausmaß der Wirtschaftskriminalität kaum abbilden. Einzelne Studien gehen bei der Wirtschaftskriminalität von einer Dunkelziffer von mehr als 80 Prozent aus. Umso größer sei dagegen das Gefährdungspotential der Wirtschaftskriminalität, heißt es beim BKA. Dies werde häufig schon an Einzelfällen sichtbar, wie zum Beispiel dem Verfahrenskomplex um das Geldtransportunternehmen Heros mit 500 Millionen Euro Schaden und rund 1800 geschädigten Firmen.

Insgesamt verlagert sich die Wirtschaftskriminalität immer mehr ins Internet. In diesem Bereich hat sich die Zahl der Straftaten mehr als verdoppelt. Mittlerweile werde jedes zehnte Delikt im Internet verübt, erklärte das BKA.

Für 2007 erwartet die Behörde keine wesentlichen Veränderungen der Zahlen: Komplexität und Internationalität wirtschaftlicher Prozesse böten Kriminellen vielfältige Gelegenheiten.

wal/ddp/Reuters/dpa

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