Zwei Lösungsmöglichkeiten sind als Kompromiss denkbar: Die Lokführer bekommen zwar einen eigenen Tarifvertrag, aber nur eine moderate Gehaltserhöhung - oder sie erhalten deutlich mehr Geld als bisher, müssen aber ihren Traum von einem Spartentarifvertrag begraben. Einen Bruch mit der Tradition der Tarifeinheit will die Bahn möglichst verhindern. Andererseits bedeutete das einen Gesichtsverlust auf Seiten der GDL.
Die Vermittler Geißler und Biedenkopf hatten in ihren Vermittlungsvorschlag einen Satz eingebaut, den Bahn-Chef Mehdorn nur ungern liest: "Der Arbeitgeber ist bereit, Verhandlungen zu führen, um mit der Lokführergewerkschaft GDL einen eigenständigen Tarifvertrag abzuschließen."
Nach Ansicht von Verkehrsexperten wären beide Seiten zufrieden gestellt, wenn die Lokführer eine eigene Eingruppierung im Gehaltsgefüge bekämen. Aus den Reihen der Grünen ist ein Vorschlag zu hören, wonach sogar ein eigenständiger Tarifvertrag ausgearbeitet werden solle und damit die Hauptforderung der GDL erfüllt werde. Gleichzeitig solle aber die Gehaltssteigerung in diesem Jahr nur 4,5 Prozent betragen - genauso viel wie die anderen beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA im Sommer ausgehandelt hatten.
Diese Lösung hätte den Vorteil, dass sich keine der Arbeitnehmerorganisationen blamiert fühlen müsste. Außerdem, heißt es bei den Grünen, solle den Lokführern eine Entwicklungsperspektive geboten werden. Deshalb sollten schon jetzt Gehaltssteigerungen für die kommenden Jahre vereinbart werden, um die Lokführer langfristig auf ein höheres Einkommensniveau zu heben.
kaz/wal
Weiter zum Lösungsszenario: Die GDL setzt sich durch
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Bahnstreik 2007/08 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH