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06.10.2007
 

Bahn-Tarifstreit

GDL verlangt Eingreifen der Kanzlerin

Der Konflikt zwischen Bahn und GDL verschärft sich weiter. Die Lokführer-Gewerkschaft droht damit, nächste Woche auch ohne größere Ankündigungen zu streiken, und fordert die Bundesregierung auf, sich einzumischen. Die Bahn zeigt sich jedoch unnachgiebig.

Passau/Berlin - Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) forderte in der "Passauer Neuen Presse": "Die Bundesregierung kann sich dieses Spiel nicht länger ansehen."

GDL-Chef Schell gibt sich am Frankfurter Hauptbahnhof gut gelaunt
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GDL-Chef Schell gibt sich am Frankfurter Hauptbahnhof gut gelaunt

Als Eigentümer sei der Bund jetzt zum Handeln verpflichtet. "Die Aufrufe, man solle sich am Riemen reißen, verhandeln und Streiks vermeiden, helfen nicht mehr. Jetzt sind die Kanzlerin und der Bundesverkehrsminister gefordert. Ich wünsche mir ein klärendes Gespräch mit Bahnvorstand und Regierung." Gefordert seien Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Dieser hatte gestern allerdings eine Einmischung bereits abgelehnt.

Voraussetzung für Verhandlungen sei "ein eigenständiger Tarifvertrag". Schell betonte, er werde das gesamte Fahrpersonal vertreten: "Die Moderation ist gescheitert. Was dort verabredet worden war, gilt nicht mehr. Deshalb verhandeln wir wieder für das gesamte Fahrpersonal."

Mit Blick auf die Klage der Deutschen Bahn gegen die Streiks kündigte Schell Berufung an. "Es ist nicht einzusehen, weshalb der Arbeitskampf im Regionalverkehr erlaubt, im Fern- und Güterverkehr jedoch verboten sein soll.

Sollte die Bahn kein Angebot vorlegen, werde die Öffentlichkeit erst kurz vorher von neuen Streiks erfahren, sagte Schell. "So, wie die Bahn mit uns umgegangen ist, werden wir andernfalls Streiks nur noch kurzfristig ankündigen." Der Bahnvorstand habe die Lokführer "ständig diskreditiert" und mit den Plänen für den Einsatz von Streikbrechern "völlig überzogen".

Die Deutsche Bahn wiederum warf der GDL vor, durch ihre Streiks den Verlust von Arbeitsplätzen in Kauf zu nehmen. "Offenbar scheut GDL-Chef Manfred Schell nicht davor zurück, Arbeitsplätze bei der DB AG in Gefahr zu bringen", sagte Personalvorstand Margret Suckale der Zeitung "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. Zudem schloss sie Zugeständnisse an die GDL aus. "Wir lassen uns weder erpressen noch einschüchtern."

Die Managerin verwies auf die angebotenen zehn Prozent Lohnerhöhung für Lokführer. "Das ist fair." Unfair sei es hingegen, wenn die GDL ihre Lohnforderungen von 31 Prozent auf dem Rücken von Millionen Bahnkunden und den anderen 220.000 Bahnbeschäftigten durchsetzen wolle. Die GDL-Streikwilligen repräsentierten nur drei Prozent aller Konzernbeschäftigten.

Gestern waren wegen des Ausstands der Lokführer Hunderttausende Bahnreisende verspätet oder gar nicht mit dem Zug an ihr Ziel gelangt. Die GDL hatte zu den Streiks im Regionalverkehr aufgerufen.

dab/Reuters/ddp/dpa/AP

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