An Land hingegen formiert sich Widerstand gegen die Tüten. Nach den Industriestaaten reift auch in den Entwicklungsländern die Erkenntnis, dass die oft kostenlosen Taschen an der Kasse mehr schaden als nützen. Umweltschützer fordern drastische Maßnahmen bis hin zum Totalverbot. Selbst Regierungen schließen sich dem Protest an. Uganda und Kenia folgten im Sommer dem Vorbild Tansanias und führten hohe Steuern auf dünne Tüten ein. Dicke Beutel wurden gleich ganz verboten.
Auch in Ländern, in denen es seit Jahrzehnten zum Lebensgefühl gehört, sich seine Einkäufe ungefragt einpacken zu lassen, findet ein Umdenken statt. Im November 2007 will San Francisco einen Ratsbeschluss vom Frühjahr umsetzen, der Plastiktaschen in größeren Supermärkten und Apotheken verbietet.
In Großbritannien hat die 1500-Einwohner-Gemeinde Modbury mit derselben Maßnahme einen Anfang gemacht; London will nachziehen, weil die Deponien überquellen. Die ersten Supermärkte bringen schon stabile Mehrwegtaschen unter die Leute. Auch Paris verbietet Tüten, die sich biologisch nicht abbauen lassen.
Aktivisten geben rührige Tipps
Die Kunststoff-Lobby läuft dagegen Sturm. In den USA hat der Plastikverband mit www.plasticbag.com eine Netz-Kampagne für besseres Recycling und neue Materialien gestartet. Darin heißt es, dass die konkurrierende Papiertüte bei der Herstellung wesentlich mehr Wasser und Energie verbrauche.
Das bestreiten auch Tütenskeptiker nicht. Sie fragen sich aber, ob die Alternative unbedingt eine Plastik-Wegwerftüte sein muss. Die Regierung von Singapur hat nun mit einem "Bring your own bag"-Aufruf reagiert: An bestimmten Tagen sollen die Bürger ihre eigenen Taschen mit in den Supermarkt bringen.
Auf Internetseiten wie www.reusablebags.com geben Aktivisten zudem rührige Tipps. Sie raten etwa, im Büro stets ein paar Taschen für Kollegen bereit zu halten, damit diese keine neuen Plastiktüten aus der Mittagspause anschleppen.
Die ersten Gewinner der neuen Bewegung zeichnen sich schon ab: In Bangladesch rechnen die Hersteller von Jutetaschen mit deutlich steigenden Absatzzahlen.
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