Wirtschaft



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09.10.2007
 

Grüner Punkt

Abfallwirtschaft über Glos verärgert

Die Abfallwirtschaft ist sauer auf Wirtschaftsminister Glos: Der denkt darüber nach, das Duale System mit dem "Grünen Punkt" auf den Prüfstand zu stellen. Die Entsorger fragen: wozu? Schließlich sei Deutschland dank dieses Systems Recycling-Weltmeister.

Hamburg - Die Überlegungen von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zur Abschaffung des Recycling-Systems um den "Grünen Punkt" stoßen auf Kritik in der Abfallwirtschaft. Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) bezeichnete den Vorstoß heute als verantwortungslos. Die Dualen Systeme hätten sich bewährt.

Minister Glos und Gabriel (v. l.): Streit um den Grünen Punkt
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DDP

Minister Glos und Gabriel (v. l.): Streit um den Grünen Punkt

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bestätigte gestern einen Bericht des Magazins "Capital", wonach Glos mittelfristig das Sammeln und Entsorgen von Verpackungsmüll über den Grünen Punkt und die gelben Tonnen auf den Prüfstand stellen will. Dies sei jedoch kein aktuelles Thema, sondern könne in der nächsten Wahlperiode angegangen werden, sagte sie.

Deutschland habe dank des Grünen Punkts weltweit die höchsten Recyclingquoten, erklärte dagegen BDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Harmening. Rund 66 Prozent der Kunststoffverpackungen würden wiederverwertet. Es gebe derzeit kein alternatives, flächendeckend einsetzbares Entsorgungssystem.

Den Grünen Punkt gibt es seit Anfang der neunziger Jahre. In der Verpackungsverordnung ist seither geregelt, dass Hersteller und Vertreiber von Produkten deren Verpackungen zurücknehmen und einer umweltgerechten Verwertung zuführen. Organisiert wird das System von der Duale System Deutschland GmbH (DSD). Vor kurzem hatte das Bundeskabinett eine Novelle der Verordnung beschlossen, um das System zu stärken und das Problem von Trittbrettfahrern zu lösen, die für die Kosten der Verwertung nicht aufkommen.

Glos äußerte Zweifel am Sinn dieser Art der getrennten Müllsammlung und eckte damit bei Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) an. "Capital" hatte berichtet, vom Wirtschaftsministerium werde ein alternatives System erwogen. Wie bei der Entsorgung von Elektro- und Elektronikschrott würde dabei ein kommunales Unternehmen die Verpackungen abholen und eine private Entsorgungsfirma den Müll nach Werkstoffen trennen. Glos konterkariere die Arbeit seines Ministeriums, kritisierte der BDE.

kaz/Reuters/dpa-AFX

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