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10.10.2007
 

Tarifkonflikt

Spitzentreffen bei der Bahn - Streik morgen fraglich

Bewegung im Tarifkonflikt bei der Bahn: Konzernchef Mehdorn will zu einem Spitzentreffen mit dem Gewerkschaftsvorsitzenden Schell zusammenkommen. Möglicherweise werden die Lokführer morgen nun doch nicht streiken.

Hamburg - Vermittelt hat das Spitzengespräch der Aufsichtsratsvorsitzende der Bahn und frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller. Das hat ein Sprecher Müllers bestätigt.

Zug in Frankfurt am Main: Die Gewerkschaft will sich um 18 Uhr äußern
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AP

Zug in Frankfurt am Main: Die Gewerkschaft will sich um 18 Uhr äußern

Demnach tritt morgen um 17 Uhr das Aufsichtsratspräsidium der Deutschen Bahn zu einer Sondersitzung im Berliner Bahn-Tower zusammen. Dabei sein sollen auch der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft Manfred Schell und Konzernchef Hartmut Mehdorn. Beide hätten zugesagt, sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert.

Das berichtet auch die "Bild"-Zeitung in einer Vorab-Meldung. Das Blatt zitiert Müller mit den Worten: "Wir müssen eine faire Lösung hinbekommen, damit das Land keinen Schaden nimmt. Das gilt für die Bahn, die Lokführer und alle Kunden." Müller sehe in dem Treffen eine große Chance, "den großen Knall" zwischen Bahn und Lokführern zu verhindern.

Der Zeitung zufolge nehmen an dem Gespräch auch der Chef der konkurrierenden Bahn-Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, Bahn-Konzernbetriebsratschef Günter Kirchheim sowie der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Jörg Hennerkes, teil.

Ob die GDL ungeachtet des Treffens morgen trotzdem streiken wird, ließ Gewerkschaftssprecherin Seibert offen. Falls es einen Arbeitskampf gebe, werde man dies bis heute 18 Uhr bekannt geben. Sollte keine Information versandt werden, werde auch nicht gestreikt. Ursprünglich war die Information bis 16 Uhr geplant. Bei der Bahn war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zuvor hatte die GDL erklärt, sie werde an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn die Bahn über einen eigenständigen Tarifvertrag verhandeln wolle: "Wenn uns der Arbeitgeber zu Verhandlungen über einen eigenständigen Tarifvertrag mit Entgelt- und Arbeitszeitverbesserungen einlädt, sind wir sehr kurzfristig bereit, die Verhandlungen aufzunehmen. In dieser Zeit finden selbstverständlich keine Arbeitskämpfe statt", erklärte Schell.

Mehdorn hatte die GDL per Pressemitteilung zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgerufen. "Wir sind dazu auch kurzfristig bereit." Ein neues Angebot legte der Bahnchef allerdings nicht vor.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte den Bahn-Vorstand und die GDL heute erneut aufgerufen, wieder miteinander zu verhandeln. Der Bund als Eigentümer der Bahn achte die Tarifautonomie, sagte der Politiker am Rande der Konferenz der Verkehrsminister im sachsen-anhaltischen Merseburg. Doch angesichts der volkswirtschaftlichen Belange bei der Beförderung von Menschen und Gütern sei es "höchste Eisenbahn", dass die Tarifpartner wieder an einen Tisch kämen.

wal/AP/AFP/ddp

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