Die drei deutschen Automobilkonzerne BMW
, Porsche
und Daimler
waren die ersten Nominierten für den Worst EU Lobbying Award 2007. Der Grund: Ihr Engagement gegen strengere Emissionsregeln für neue Autos. Die EU will den Grenzwert auf 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer senken - ursprünglich hatte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sogar 120 Gramm gefordert. "Mit Panikmache und der Drohung, dass dann massenweise Arbeitsplätze verloren gingen, hat die Autoindustrie es geschafft, dass dieser Grenzwert nach oben korrigiert wurde", kritisiert Ulrich Müller von LobbyControl.
Freiwillige Verpflichtungen habe die Autoindustrie zuvor verschleppt, so Müller weiter. Deswegen habe die EU-Kommission überhaupt erst gesetzliche Regelungen ausgearbeitet. Derzeit pusten europäische Autos im Schnitt 160 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft.
Weil der Gesetzentwurf der Gemeinschaft bislang wichtige Fragen offen lässt, hat die deutsche Autoindustrie ihre Lobbyarbeit intensiviert - und laut LobbyContol sind die drei nominierten Konzerne dabei besonders aktiv. "Sie versuchen, mit Hilfe der Bundesregierung und des deutschen Industriekommissars Günther Verheugen verschiedene Klassifizierungen durchzusetzen, die einen höheren CO2-Ausstoß bei schwereren Autos erlaubt", so LobbyControl. Das würde ihnen möglich machen, weiterhin ihre Modelle mit hohem Ausstoß (Porsche: 297 Gramm/Kilometer, BMW 190 Gramm/Kilometer und Daimler 184 Gramm/Kilometer durchschnittlich) zu produzieren.
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