Wirtschaft



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16.10.2007
 

Teure Energie

Hunderte Versorger wollen Strompreise erhöhen

Erst Marktführer E.on, jetzt die Masse kleinerer Versorger: Deutsche Haushalte müssen sich darauf einstellen, dass Strom schon wieder kräftig teurer wird. Zum Oktober erhöhten 47 Stadtwerke und andere Versorger ihre Tarife - zur Jahreswende werden Hunderte folgen.

Hamburg – Die Stromversorger drehen mal wieder an der Preisschraube. Allein zum 1. Oktober hätten 47 Stadtwerke und andere Versorger ihre Tarife erhöht, sagte eine Sprecherin des Verbraucherportals Verivox SPIEGEL ONLINE. Für den ersten Januar erwartet sie sogar "Hunderte". Insgesamt gibt es in Deutschland gut 900 lokale und regionale Energieversorger.

Strommast: E.on geht vor, die anderen ziehen nach
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DPA

Strommast: E.on geht vor, die anderen ziehen nach

"Die Unternehmen lassen E.on Chart zeigen vorgehen und ziehen dann selbst nach", sagte die Sprecherin. Der Marktführer hatte gestern angekündigt, zum Anfang des kommenden Jahres seine Preise für Privatkunden um bis zu knapp 10 Prozent bei Strom und um bis zu fast 9 Prozent bei Gas zu erhöhen. Betroffen sind bei Strom sieben Millionen Haushaltskunden und bei Gas 1,2 Millionen Haushaltskunden.

Getrieben von Preissteigerungen insbesondere bei Energie ist die Inflationsrate im September auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Juli und August hatte die Teuerungsrate noch bei 1,9 Prozent gelegen. Im Vergleich zum August erhöhte sich der Index um 0,1 Prozentpunkte.

Anbieterwechsel - so funktioniert's

In wenigen Minuten zum Ziel

Der Wechsel des Stromanbieters ist sehr einfach. Für die Formalitäten braucht man nur wenige Minuten. Im Kern gilt das Gleiche auch für Gaskunden, wobei der Markt hier aber erst langsam in Bewegung kommt. Wechselwillige Kunden sollten Folgendes beachten.

Verbrauch ermitteln

Die Suche nach dem passenden Anbieter

Die Auswahl

Ökoanbieter

Die Formalitäten

Die Technik

Die Statistiker führten den Anstieg vor allem auf die Ölpreise zurück: Im Jahresvergleich stiegen die Preise für Kraftstoff um 8,9 Prozent und für leichtes Heizöl um 3,1 Prozent. Für diese Produkte gab es im September 2006 einen deutlichen Preisrückgang.

Ohne Mineralölprodukte hätte die Teuerungsrate im September 2007 bei nur 2,2 Prozent gelegen. Auch für Strom mussten Verbraucher viel mehr bezahlen als noch ein Jahr zuvor: Die Preise stiegen um 7,4 Prozent.

Die Verivox-Sprecherin sagte der "Bild"-Zeitung, die kommenden Tarifsteigerungen beim Strom könnten so hoch wie zuletzt zum 1. Juli und 1. Oktober 2007 ausfallen. Zu diesen Terminen hatten insgesamt fast 200 Versorger ihre Strompreise um durchschnittlich sieben bis acht Prozent angehoben.

Auch RWE Chart zeigen will die Strompreise bei seinen Regionalversorgern RWE Westfalen-Weser-Ems und RWE Rhein-Ruhr zum Jahreswechsel um durchschnittlich 6,6 Prozent erhöhen. Die RWE-Töchter Süwag und Lechwerke AG planen sogar Steigerungen um neun Prozent. Das Mannheimer Unternehmen MVV Energie wiederum will den Standard-Stromtarif zum Jahreswechsel um 4,2 Prozent erhöhen.

So stark steigen bei E.on die Strompreise
Regionalversorger Preiserhöhung zum 1. Januar in Prozent
E.on Hanse :7,1
E.on Avacon (Niedersachsen) :7,3
E.on Avacon (Sachsen-Anhalt) :8,7
E.on edis :8,3
E.on Thüringer Energie :9,1
E.on Westfalen Weser 9,1
E.on Mitte :9,8
E.on Bayern :9,9
Quelle: AP
Vattenfall Chart zeigen hatte seine Preise schon im Juli erhöht. Im Januar will das Unternehmen vorerst nicht mitmachen. Das Gleiche gilt auch für EnBW Chart zeigen. Allerdings dürfte dies nur eine Atempause sein: Der neue EnBW-Chef Hans-Peter Villis sagte in der vergangenen Woche, dass er weiter steigende Strompreise erwartet.

Die großen Konzerne haben eine erhebliche Marktmacht - und die nutzen sie aus. Die vier großen Energieunternehmen E.on, RWE, EnBW und Vattenfall kontrollieren 80 Prozent der deutschen Stromerzeugung und 100 Prozent der überregionalen Verteilungsnetze.

wal/itz/ddp/AP

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