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23.10.2007
 

Bahn-Tarifstreit

Beck wirft Lokführern Störung des Betriebsfriedens vor

Kurt Beck fährt den Lokführern in die Parade: Er halte nichts von einem eigenen Tarifvertrag für diese Berufsgruppe, sagte der SPD-Chef. Die Forderungen der Gewerkschaft GDL seien nicht gut für den Betriebsfrieden. "Wenn das Schule macht, kann das im Chaos enden."

Hamburg - Im Tarifstreit bei der Bahn hat SPD-Chef Kurt Beck die Forderung der Lokführergewerkschaft GDL nach einem eigenen Tarifvertrag kritisiert: "Die Forderung, in einem Betrieb für die gleiche Tätigkeit zwei Tarifverträge mit unterschiedlichen Leistungen zu wollen, ist nicht gut für den Betriebsfrieden", sagte Beck den Dortmunder "Ruhr Nachrichten".

SPD-Chef Beck: "Wenn das Schule macht, kann das im Chaos enden"
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AP

SPD-Chef Beck: "Wenn das Schule macht, kann das im Chaos enden"

Er habe "nichts gegen tarifliche Auseinandersetzungen", betonte er. Die GDL organisiere aber "nur einen kleinen Teil der Bahn-Mitarbeiter und Lokführer".

Beck bezeichnete es als ein Problem für die Tarifautonomie, wenn es Spartenbewegungen gebe, die sich nicht um die Belange anderer Mitarbeiter im gleichen Betrieb kümmerten: "Wenn das Schule macht, kann das im Chaos enden."

Bundesbank-Chef Axel Weber hatte sich am Wochenende indirekt gegen einen zu hohen Lohnabschluss für die Lokführer ausgesprochen. Ein zu hoher Abschluss könnte die Inflationsgefahr vergrößern, warnte er.

Die GDL will ab Donnerstagmorgen wieder streiken, diesmal 30 Stunden lang. Die Lokführer wollen mit ihrem Arbeitskampf eine deutliche Lohnerhöhung und einen separaten Tarifvertrag durchsetzen. Die Bahn will die Tarifgemeinschaft mit den Bahngewerkschaften Transnet und GDBA dagegen auf keinen Fall aufbrechen.

Bahn kritisiert Machtspielchen der GDL

Die Bahn hatte mit Transnet und GDBA im Sommer eine Gehaltserhöhung von 4,5 Prozent ausgehandelt. Die GDL fordert ein Einkommensplus von bis zu 31 Prozent, hat aber bereits zu erkennen gegeben, dass sie auch mit einem niedrigeren Abschluss zufrieden wäre, solange die Lokführer einen eigenen Tarifvertrag erhalten.

Die Bahn bietet der GDL 4,5 Prozent mehr Geld zum 1. Januar 2008 sowie eine Einmalzahlung von 600 Euro an. Ferner schlug die Bahn Mehrarbeit vor, um den Lokführern ein höheres Einkommen zu ermöglichen. Überdies sollen nach dem Vorschlag rund 100 Überstunden des laufenden Jahres ausbezahlt werden - was 1400 Euro brutto ergibt. Die Bahn sagte außerdem zu, die Dienstpläne mitarbeiterfreundlicher zu gestalten als bisher. Die GDL lehnt das ab.

Die Bahn sprach sich heute erneut für eine Lösung des Tarifkonflikts am Verhandlungstisch aus. Eine gerichtliche Entscheidung sei lediglich die "zweitbeste Lösung", sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale im Deutschlandradio Kultur. "Viel besser wäre es, wenn wir miteinander sprechen würden."

Suckale warf der GDL vor, Machtspielchen zu betreiben. "Bei den Funktionären der GDL habe ich im Moment das Gefühl, dass es in erster Linie um Machtinteressen geht", sagte sie. "Es geht nicht mehr nur um die Frage, was verdient der Mitarbeiter mehr, sondern darum, was ist für die Funktionäre gut."

Den Lokführern komme es darauf an, mehr Geld zu verdienen und beruflich voranzukommen. Ein eigenständiger Tarifvertrag, wie ihn die GDL fordere, sei für die Mitarbeiter eigentlich völlig nebensächlich. Mit der momentanen Situation verlören sowohl Bahn als auch GDL und Kunden: "Darum ist es auch so sinnlos weiterzustreiken", sagte Suckale.

kaz/AFP/AP/ddp

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