Wirtschaft



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23.10.2007
 

Vorsorge

Baden-Württemberger sparen am meisten – Mecklenburg hinten

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr so viel gespart wie noch nie. Drei Viertel aller Bundesbürger sorgen fürs Alter vor. Die beliebteste Anlageform bleibt zwar die Lebensversicherung - die private Rentenversicherung verzeichnet aber großen Zulauf.

Berlin - Trotz steigender Preise werden die Deutschen wohl auch in diesem Jahr wieder eine Rekordsumme auf die hohe Kante legen und zugleich mehr konsumieren. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Sparkassen-Dachverbandes DSGV hervorgeht, beurteilen die meisten Bürger ihre finanzielle Lage als positiv und blicken zuversichtlicher in die Zukunft.

"Die Deutschen sind optimistischer geworden, und die Ersparnis steigt wieder auf einen neuen Höchststand", sagte DSGV-Präsident Heinrich Haasis. Das Sparvolumen der Deutschen dürfte 2007 auf den Rekordwert von über 166 Milliarden Euro steigen, hieß es. Das wären knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Als Hintergrund für die Entwicklung gelten steigende Löhne und sinkende Arbeitslosigkeit. Haasis geht nicht davon aus, dass die wachsende Sparneigung auf Kosten des Konsums geht.

Im vergangenen Jahr hatten die Bundesbürger pro Kopf 1931 Euro zurückgelegt, 29 Euro mehr als noch 2005 und 436 Euro mehr als 1999, ergab die jährliche repräsentative Umfrage des Sparkassenverbandes weiter. Dabei waren die Baden-Württemberger die eifrigsten Sparer. Im Schwaben und Baden hatte jeder Einwohner den Angaben zufolge 2357 Euro auf die hohe Kante gelegt. Schlusslicht seien wegen deutlich niedrigeren Einkommen die Mecklenburger mit 1236 Euro.

Wegen leichter Einkommenssteigerungen blieb die Sparquote unverändert bei 10,5 Prozent. Die Verbraucher legten also weiter gut jeden zehnten verdienten Euro beiseite.

Geringverdiener leiden

Haasis räumte ein, dass vor allem Geringverdiener unter den steigenden Lebenshaltungskosten stärker leiden dürften als Normal- und Besserverdiener. "Das ist nicht zu bestreiten", sagte der DSGV-Chef. Bei dieser Bevölkerungsgruppe könnte die Teuerung große Teile der Lohnzuwächse auffressen. Wie viele Menschen davon betroffen seien, könne man nicht genau sagen.

Die jüngsten verfügbaren Daten von 2004 legten aber nahe, dass rund ein Fünftel der Bevölkerung überproportional davon betroffen seien, wenn sich Güter des täglichen Lebens verteuern. Die Lebenshaltungskosten in Deutschland waren im September so stark gestiegen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Grund dafür waren vor allem der steigende Ölpreis und teurere Lebensmittel. Verbraucher bekamen dies etwa bei Milchprodukten zuletzt deutlich zu spüren.

Obwohl ein Großteil der Bevölkerung die Altersvorsorge für wichtig halte, habe jeder achte Bürger keine Vorsorge über die gesetzliche Rente hinaus, hieß es. Rund sieben Prozent hat sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt, fünf Prozent sind dazu finanziell nicht in der Lage und knapp zwei Prozent halten die gesetzliche Rente für ausreichend. Beliebtestes Anlageprodukt bleibe zwar die Lebensversicherung, sie verliere allerdings an Zulauf.

Auf dem Vormarsch sei vor allem die private Rentenversicherung: Mehr als jeder zweite Bürger hat eine solche Versicherung abgeschlossen, vor einem Jahr waren es nur 43 Prozent. Auch die Riester-Rente habe den Durchbruch geschafft, hieß es. Inzwischen hätten 37 Prozent der Berechtigten einen Vertrag unterzeichnet. Aus dem Vermögensbarometer des DSGV geht ferner hervor, dass Eltern etwa jeden vierten Euro des verfügbaren Einkommens für ihre Kinder ausgeben.

itz/Reuters/AFP

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