Wirtschaft



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24.10.2007
 

Sorge vor Neid

Ifo-Chef kritisiert Offenlegung von Managergehältern

Es klingt wie ein Plädoyer für mehr Ungleichheit: Manager sollen ruhig zu viel verdienen dürfen, fordert der Chef des Münchner Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn. Die neue Transparenz bei Managergehältern fördere dabei den Neid der Menschen und sei letztlich schädlich für die Wirtschaft.

München - Im Extremfall könnten als Folge der Transparenz sogar Arbeitsplätze vernichtet werden, sagte Sinn. "Die Transparenz leistet den Neidkomplexen der Deutschen Vorschub. Das wiederum führt zu politischen Aktionen, und das hat negative ökonomische Konsequenzen, indem Firmenzentralen verlagert werden. Diese Neid-Diskussion ist keine gesunde Entwicklung" sagte der Ökonom der Online-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung".

Die Lohnspreizung der Märkte könne durch eine progressive Einkommensteuer zwar ein wenig verändert werden. Bei zu großen Eingriffen werde allerdings das gesamte System gefährdet. Wenn die Managergehälter auf ein gerechtes Maß zusammengestaucht würden, dann wechselten Manager ihren Standort. "Manager sind flexibel. Dann ziehen sie nach London, dort müssen sie nicht einmal Steuern zahlen. Und die Arbeitsplätze für die Arbeiter gehen dann auch verloren", sagte Sinn.

"Mit etwas mehr Ungerechtigkeit lebt es sich besser", sagte Sinn weiter. "Etwas mehr Ungleichheit in der Einkommensverteilung bewirkt auch für die weniger gut dabei Wegkommenden letztlich einen höheren Lebensstandard, als wenn man ein egalitäres System schafft, wo alle das Gleiche kriegen und alle gleichermaßen arm sind." In der Marktwirtschaft denke doch zunächst einmal jeder an sein eigenes Wohlergehen.

kaz/AP

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