Peking - Alle Bemühungen, den Wirtschaftsboom ein wenig abzukühlen und zu bremsen, haben nichts genutzt: Die chinesische Wirtschaft ist im dritten Quartal des laufenden Jahres weiter kräftig gewachsen. Die Jahresrate betrage 11,5 Prozent, teilte das nationale Statistikbüro heute in Peking mit. Dieser Wert lag am oberen Ende der von Experten erwarteten Spanne von 11,0 bis 11,5 Prozent. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wuchs die chinesische Wirtschaft damit ebenfalls um 11,5 Prozent. Im zweiten Quartal lag das Wachstum mit 11,9 Prozent indes etwas höher.
Experten gehen auf Grund der weiterhin hohen Wachstumsraten davon aus, dass China innerhalb nur weniger Wochen Deutschland von Platz drei der weltgrößten Wirtschaftsmächte verdrängen könnte. Mit seiner Wirtschaftsleistung von rund 2,7 Billionen Dollar sitzt das ostasiatische Land Deutschland im Nacken, das 2006 auf etwa 2,9 Billionen Dollar kam. nimmt man das BIP pro Kopf zum Maßstab, dann steht Deutschland allerdings weiterhin unangefochten vorne. In China liegt es bei rund 2000 Dollar und beträgt damit nur etwa sechs Prozent des deutschen Niveaus. Nach den USA und Japan zählen derzeit Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien zu den sechs größten Volkswirtschaften.
Schon Ende Juli hatte der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) prognostiziert, dass Deutschland im nächsten Jahr auch den Titel des Exportweltmeisters an China verlieren werde. DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke hatte dies mit dem "rasanten Wirtschaftswachstum" begründet: "Chinas Ausfuhren werden 2007 und 2008 um jährlich über 20 Prozent zulegen."
Allerdings verlangsamte sich nach Angaben der chinesischen Statistiker die Inflation auf Verbraucherebene leicht. Im September stiegen die Verbraucherpreise zum Vorjahr um 6,2 Prozent, nach 6,5 Prozent im Vormonat August. In den ersten drei Quartalen lag die Rate damit bei 4,1 Prozent.
Die Erzeugerpreise kletterten im September auf Jahressicht um 2,7 Prozent. In den ersten neun Monaten lag die Rate ebenfalls bei 2,7 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze legten im September zum Vorjahr deutlich um 17,0 Prozent zu, in den ersten drei Quartalen um 15,9 Prozent.
sam/dpa-AFX/AP
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