Neu-Delhi – Immer noch: Kinderschutzgruppen schätzen, dass rund 13 Millionen Kinder in Indien arbeiten. Ein klares Anzeichen dafür, dass bisherige Regierungsbemühungen und Gesetze nicht ausreichen. Kinderschutzorganisationen erklärten denn auch, die größte Verantwortung für den aktuellen Fall liege bei der indischen Regierung.
Gap-Filiale (in San Francisco): Der Konzern teilte mit, er habe erst durch die Recherchen des "Observer" von den Praktiken seines Zulieferers erfahren.
Jetzt sollten die Opfer wieder zu ihren Eltern zurückgebracht werden, forderte der Anwalt Bhuwan Ribhu von der Organisation "Rettet die Kindheit" in Neu-Delhi. Die Regierung unternehme nicht genug, um Betriebe auf minderjährige Arbeiter zu kontrollieren, erklärte er.
Die westlichen Konzerne hätten zwar eine Mitschuld. "Internationale Betriebe beauftragen Subunternehmer und vergessen sie dann", sagte er. "Was Gap angeht, so hat die Firma aber wenigstens eine aktive Position gegen die Zulieferer eingenommen."
Ein Gap-Sprecher sagte, man wolle nicht riskieren, Produkte aus Kinderarbeit zu verkaufen und ziehe daher Zehntausende Kleidungsstücke aus dem Verkauf zurück. Der Lieferant habe gegen die Vereinbarung verstoßen, keine Kinder zu beschäftigen.
Die indische Regierung hat mehrfach angekündigt, gegen Kinderarbeit vorzugehen. So dürfen Minderjährige seit 1986 offiziell nicht mehr in gefährlichen Industrien wie der Herstellung von Glas arbeiten. Seit dem vergangenen Jahr dürfen sie laut Gesetz nicht mehr als Haushaltshilfen und in Restaurants beschäftigt werden. Die Verbote werden aber oft genug umgangen.
itz/AP
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