Frankfurt am Main - Das Verbot habe das Unternehmen vollkommen überraschend erreicht, sagte ein Cargo-Sprecher der "Welt". Gründe für das Überflugverbot seien nicht bekannt. Das Unternehmen sei auch nicht in der Lage, von sich aus eine Lösung des Problems zu finden. Dies sei ganz eindeutig eine Aufgabe der deutschen Politik.
Das Überflugverbot betrifft nach weiteren Angaben des Sprechers nur den Frachtbetrieb der Lufthansa und nicht die Passagierflüge. Lufthansa fliegt gegenwärtig knapp 20-mal in der Woche von Frankfurt aus nach Astana und nach Taschkent. Von dort aus gehen die Flieger weiter nach Asien.
Um die Fracht nun nach Asien zu transportieren, muss Lufthansa Cargo den russischen Luftraum umfliegen. Dies koste zum einen mehr Zeit, hin und zurück mindestens drei Stunden, und zum anderen mehr Kerosin, sagte der Sprecher. Wie sich dies auf die Kosten auswirke, sei derzeit nicht abschätzbar. Sicher sei nur, dass das Verbot bis auf weiteres gelte.
Die "Welt" berichtet, das Verbot resultiere aus einem Streit um die hohen russischen Überfluggebühren. Das deutsche Luftfahrtbundesamt habe mittlerweile im Gegenzug den Frachtern der russischen Aeroflot und einer weiteren russischen Gesellschaft die Einfluggenehmigung nach Deutschland entzogen.
Die Association of European Airlines AEA kritisiert seit langem die hohen russischen Überfluggebühren, wie die Zeitung schreibt. Im vergangenen Jahr hätten die europäischen Fluglinien nach Angaben der Europäischen Union fast 300 Millionen Euro Gebühren zahlen müssen. Umwege über andere Strecken lohnten sich meist finanziell nicht, da die Einsparungen durch die zusätzlichen Kerosinkosten und den Zeitverlust wieder verloren gehen würden.
mik/Dow Jones
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