Hamburg - Der Ölpreis ist heute erstmals über die Marke von 98 Dollar gestiegen. In der Spitze kletterte ein Barrel (159 Liter) der US- Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Dezember bis auf einen Preis von 98,01 Dollar. Später notierte WTI-Rohöl im frühen Handel bei 97,90 Dollar. Das waren 1,20 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag.
Händler begründeten die anhaltende Rekordjagd der Ölpreise zum einen mit dem weiter schwachen Dollar, der in der US-Währung notierte Rohstoffe billiger für Investoren mache. Zum anderen wurde auf Erwartungen verwiesen, dass die Öllagerbestände der USA erneut gesunken seien.
Bereits jetzt liegen die Rohölbestände laut Experten auf ihrem niedrigsten Stand seit etwa zwei Jahren. Energiefachleute sorgen sich nun, ob die Vorräte für die beginnende Heizperiode auf der Nordhalbkugel ausreichen. Experten nannten außerdem einen Anschlag auf eine wichtige Pipeline im Jemen als weiteren Grund für den jetzigen Preisanstieg.
Seit August dieses Jahres hat sich der US-Ölpreis um fast 30 Dollar oder etwa 40 Prozent verteuert. Ein Grund ist auch die US-Hypothekenkrise, die Rohstoffe als alternatives Anlageobjekt für Investoren zusehends attraktiver werden ließ. Zudem verweisen Analysten auf Spekulationen, die die Ölpreise deutlich über ihr fundamental zu rechtfertigendes Niveau getrieben hätten.
Mit dem Ölpreis steigen auch die Benzinpreise in Deutschland weiter. Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge bescheren die hohen Kraftstoffpreise dem deutschen Fiskus in diesem Jahr offenbar Mehreinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe. Unter Berufung auf eine Prognose des ADAC kassiert der Staat rund 300 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr. Mögliche Mindereinnahmen durch einen Rückgang des Benzinverbrauchs sind in der Berechnung jedoch nicht enthalten.
kaz/dpa/AP
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