London - Die Internationale Energieagentur (IEA) geht in ihrer heute vorgestellten Prognose davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren neue Kapazitäten zur Ölförderung in Betrieb gehen. "Es ist aber sehr unsicher, ob diese ausreichen werden", heißt es. "Eine Versorgungskrise im Zeitraum bis 2015, mit einer abrupten Eskalation der Ölpreise, kann nicht ausgeschlossen werden."
Die IEA berät die Industrienationen in allen Fragen von Energieverbrauchs und -produktion. Schon in der vergangenen Woche hatte die Agentur auf einer Konferenz in London vor Problemen bei der Ölversorgung gewarnt.
Weltweit müssten bis 2030 etwa 5,4 Billionen Dollar in neue Ölfelder investiert werden, erklärte die Agentur neun heute. Die Summe ist 26 Prozent höher als noch im Bericht des vergangenen Jahres veranschlagt - Hauptgrund ist die steigende Energienachfrage.
Insgesamt soll die Energie-Nachfrage bis 2030 um 50 Prozent steigen, berichtet die IEA. Von besonderer Bedeutung sei dabei der wachsende Energiehunger Chinas und Indiens. Kurz nach 2010 dürfte China die USA als größter Energieverbraucher der Welt ablösen.
Im Jahr 2030 werde das Land dann so viel Öl importieren wie alle 27 EU-Mitgliedstaaten zusammen. Schon in diesem Jahr werde China die USA als größter Treibhausgas-Produzent ablösen.
An den Rohstoffbörsen ist der Ölpreis heute erneut gestiegen. Die US-Sorte WTI kostete erstmals mehr als 98 Dollar pro Barrel. Experten rechnen schon bald damit, dass die 100-Dollar-Marke geknackt wird.
wal/Reuters
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