Heppenheim - Etwa 2,7 Milliarden Euro im Jahr kosten Kundendiebstähle die deutschen Supermärkte, Kaufhäuser und andere Geschäfte. Das geht aus dem globalen Dienstleistungsbarometer hervor - der nach eigenen Angaben größten Studie zur Kriminalität im Einzelhandel.
Noch einmal 1,2 Milliarden Euro gehen den Einzelhändlern verloren, weil auch die eigenen Mitarbeiter kräftig klauen. Noch einmal gut 330.000 Euro kommen durch langfingrige Lieferanten abhanden. Rechnet man all diese Ausfälle zusammen und addiert die Verluste durch interne Fehler, gehen den Einzelhändlern jährlich rund 4,9 Milliarden Euro durch die Lappen.
Zwischen Juli 2006 und Juni 2007 wurden laut Studie europaweit rund 3,5 Millionen Ladendiebe überführt. Rund 98 Prozent der gefassten Täter waren Kunden, knapp zwei Prozent Mitarbeiter. Im Schnitt habe jeder erwischte Kunde Waren im Wert von 82 Euro gestohlen, heißt es weiter. Bei den Mitarbeitern schlug jeder Diebstahl mit knapp 3800 Euro zu Buche.
Ladendiebe klauen laut Dienstleistungsbarometer vor allem kleine, teure Produkte: Weine und Spirituosen, Damenbekleidung und Parfums, Kosmetika und Rasierklingen, DVDs und CDs. Die vielen kleinen Diebstähle und internen Fehler ergeben zusammen einen beträchtlichen Schaden - sie machen hierzulande rund 1,1 Prozent des Umsatzes aus.
Im gesamteuropäischen Vergleich steht Deutschland indes recht gut da: In der Studie wurden insgesamt 32 Länder auf ihre Kriminalität im Einzelhandel untersucht. Deutschland liegt auf dem vierten Platz. Weniger Schwund gibt es nur in Österreich (0,94 Prozent), der Schweiz (0,96 Prozent) und in Island (1,0 Prozent).
Am meisten Geld gehe in Tschechien und den baltischen Staaten (beidesmal 1,41 Prozent) durch Diebstahl und Fehler verloren. Europaweit verursache der Warenschwund einen Schaden von rund 30 Milliarden Euro.
Das Dienstleistungsbarometer wurde vom britischen Center for Retail Research in Zusammenarbeit mit der in Heppenheim ansässigen Einzelhandel-Sicherungsfirma Checkpoint Systems erstellt. Sie basiert auf Daten aus 25 europäischen Ländern sowie sieben weiteren Staaten in Nordamerika und Fernost. An der Befragung beteiligten sich 820 Einzelhandelsunternehmen mit rund 140.000 Läden.
ssu/AFP
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