Berlin – So kann es nicht weitergehen, findet Dieter Engels. Der Präsident des Bundesrechnungshofs hat bei der Vorstellung seines Jahresberichtes eine wirksame Bremse für staatliche Verschuldung gefordert. Sie müsse im Grundgesetz verankert sein.
Engels rechnete vor: Obwohl sich die Einnahmen des Bundes positiv entwickelt hätten, seien die Schulden auch in diesem Jahr gestiegen - auf insgesamt rund 930 Milliarden Euro. Damit seien die Schulden des Bundes dreieinhalb mal so hoch wie zu Beginn der neunziger Jahre. Diesem Anstieg lägen strukturelle Probleme zugrunde. Der "unzureichende Steuervollzug durch die Länder" seit hierfür mit verantwortlich. Man müsse aufhören, auf Kosten der Kinder und Enkel zu leben.
Bedenklicher noch wird die Lage, weil nach Berechnungen des Bundesrechnungshofes 1,9 Milliarden Euro für sinnlose oder unnötige Vorhaben ausgegeben wurden. Die Durchleuchtung von 40.000 Ausgaben habe ergeben, dass in 85 Prozent der Fälle keine Berechnungen stattfanden - "und wenn doch, waren viele methodisch fehlerhaft".
Besonders das Verteidigungsministerium stand wieder im Fokus der Prüfer. Engels begründete dies damit, dass im Bereich der Verteidigung hohe Summen umgesetzt würden.
Engels sagte, generell begünstige die föderale Struktur unwirtschaftliches Verwaltungshandeln. Problematisch sei, dass Fach- und Finanzverantwortung oft in unterschiedlichen Händen lägen, sagte er.
itz/dpa/ddp/AFP/Reuters
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