Hamburg - Auch der Gesundheitsfonds wird nicht helfen: Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich auch nach der Umsetzung der Gesundheitsreform auf steigende Beiträge einstellen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Vorständen von 77 gesetzlichen Krankenkassen, die die Wirtschaftsprüfergesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) heute in Frankfurt vorgestellt hat. Danach glauben neun von zehn Krankenkassen nicht, dass der Gesundheitsfonds und der Einheitsbetrag die Finanzierung des Systems auf Dauer sichern.
Konkret erwarte nur eine kleine Minderheit von sechs Prozent der befragten Kassen sinkende Beiträge, knapp 70 Prozent rechneten mit steigenden, mehr als 15 Prozent sogar mit stark steigenden Belastungen für die Versicherten. Ab 1. Januar 2009 tritt die Gesundheitsreform in Kraft. Dann legen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Beitragssatz nicht mehr individuell fest, sondern das Bundesgesundheitsministerium gibt einen einheitlichen Satz vor. Die Versicherten zahlen dann in einen gemeinsamen, sogenannten Gesundheitsfonds ein, der die Kassen finanziert.
Kommen die Krankenkassen mit den aus dem Fonds zugewiesenen Mitteln nicht aus, können sie den Beitrag ihrer Mitglieder erhöhen. Machen sie Gewinne, können sie diese an ihre Versicherten ausschütten. Knapp die Hälfte (48,5 Prozent) der Befragten erwartet deshalb einen steigenden Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Kassen. 35 Prozent sehen sogar eine stärkere Konkurrenz zu den privaten Anbietern. "Die Gesundheitsreform räumt den gesetzlichen Krankenkassen unter anderem durch die Wahltarife verstärkt Möglichkeiten ein, die bisher den privaten Versicherungen vorbehalten waren", sagt Lutz Müller, Berater bei PwC.
Grundsätzlich befürworteten 83 Prozent der Befragten einen stärkeren Wettbewerb im Gesundheitswesen. Dazu gehörten mehr marktwirtschaftliche Elemente im Arzneimittelbereich, zwischen Ärzten und anderen ambulanten Leistungsbringern, aber auch zwischen ambulanter und stationärer Versorgung.
sam
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