Wirtschaft



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06.12.2007
 

Korruptionsaffäre

Nigeria stoppt Geschäfte mit Siemens

Ausgerechnet Nigeria: Die Regierung des afrikanischen Landes will an Siemens vorerst keine Aufträge mehr vergeben - wegen der andauernden Korruptionsvorwürfe. Siemens hatte eingeräumt, nigerianische Regierungsbeamte mit insgesamt zehn Millionen Euro bestochen zu haben.

Abuja - Nigeria hat einen Ausrüstungsvertrag mit Siemens Chart zeigen im Umfang von rund 700.000 Euro annulliert und dies mit den andauernden Korruptionsermittlungen gegen das deutsche Unternehmen begründet. Solange die Ermittlungen zum Vorwurf der Schmiergeldzahlung andauerten, werde Nigeria keine Geschäfte mehr mit Siemens machen, sagte der für Telekommunikation zuständige Minister John Odey nach einer Kabinettssitzung in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.

Nigerias Präsident Yar'Adua: "Die Regierung legt hohen Wert auf Transparenz"
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REUTERS

Nigerias Präsident Yar'Adua: "Die Regierung legt hohen Wert auf Transparenz"

Der gekündigte Vertrag bestand mit Siemens Nigeria Ltd., an der die Siemens AG mit 68 Prozent beteiligt ist. Der Auftrag für die Lieferung von Ausrüstung für die Energieversorgung soll nun neu ausgeschrieben werden.

Siemens soll umgerechnet zehn Millionen Euro an nigerianische Regierungsbeamte gezahlt haben, darunter auch an frühere Telekommunikationsminister. Ein Sprecher von Siemens in München sagte heute, das Unternehmen sei an der Aufklärung der Vorfälle interessiert und stehe in Kontakt mit den nigerianischen Behörden.

Vor kurzem hatte der nigerianische Präsident Umaru Yar'Adua angekündigt, mögliche Schmiergeldzahlungen an nigerianische Beamte untersuchen zu lassen. "Die Regierung legt hohen Wert auf Transparenz und null Toleranz gegen Korruption", sagte ein Regierungssprecher. Deshalb solle aus "moralischen Gründen" abgewartet werden, bis die Ermittlungen abgeschlossen seien.

Die Vorfälle in Nigeria standen auch im Blick des Landgerichts München, das am 4. Oktober eine Geldbuße von 201 Millionen Euro gegen Siemens verhängte. Dabei ging es um das Verhalten eines ehemaligen Managers in der Com-Sparte des Konzerns und um die Bestechung von Beamten in Russland, Nigeria und Libyen in insgesamt 77 Fällen während der Zeit von 2001 bis 2004.

Laut Transparency International zählt Nigeria zu einem der korruptesten Länder der Welt. Es zählt dem Korruptionsbarometer 2007 zufolge zu den Staaten mit dem höchsten Schmiergeldniveau.

kaz/AP/AFP

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