Wirtschaft



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12.12.2007
 

Hypothekenkrise

Notenbanken pumpen erneut Milliarden in den Geldmarkt

Bei der Zinsentscheidung allein wollten es die Zentralbanker nicht belassen: Einen Tag nach der Ankündigung ihres US-Kollegen Ben Bernanke, die Leitzinsen zu senken, stellten sie den Finanzmärkten insgesamt mehr als 80 Milliarden Dollar zur Verfügung.

Frankfurt am Main/New York – Der New Yorker Aktienmarkt reagierte mit starken Kursgewinnen auf die Nachricht. Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte legte um 203 Punkte oder 1,5 Prozent zu. Die Entwicklung sei sehr positiv, erklärte der Portfolio-Manager Thomas Nyheim von Christiana Bank & Trust Company. Die Zentralbanken ließen nach ihren Worten über eine engere Zusammenarbeit nun endlich Taten folgen.

Die Notenbanken hatten sich heute auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Die Europäische Zentralbank bietet den Banken bis zu 20 Milliarden Dollar (13,63 Milliarden Euro) an. Die US-Dollar werden der EZB auf der Grundlage eines befristeten wechselseitigen Währungsabkommens von der Federal Reserve Bank zur Verfügung gestellt. Die US-Notenbank will 40 Milliarden in einem Auktionsprozess anbieten. Die Schweizer Nationalbank stellt nach eigenen Angaben bis zu vier Milliarden Dollar zur Verfügung und die Bank of England erhöhte die Summe, die sie ohnehin in den Markt geben wollte, von 2,85 Milliarden Pfund auf 11,35 Milliarden Pfund (15,79 Milliarden Euro).

Tags zuvor hatte der Dow Jones Index Chart zeigen noch 294 Punkte verloren. Die Anleger hatten enttäuscht auf die Senkung der US-Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent reagiert. Investoren hatten angesichts der anhaltenden Immobilien- und Finanzmarktkrise auf eine stärkere Lockerung der geldpolitischen Zügel gehofft. Zwar deutete die Fed an, dass weitere Zinssenkungen möglich seien. Doch das reichte den Anlegern nicht aus.

Die US-Notenbank hatte im September wegen der Turbulenzen am Finanz- und Immobilienmarkt und erster Anzeichen für eine Abschwächung der US-Konjunktur zum ersten Mal seit vier Jahren die Zinsen gesenkt. Seitdem hatte sie die geldpolitischen Zügel in zwei Schritten weiter gelockert. Die Europäische Zentralbank hat angesichts einer auf drei Prozent gestiegenen Inflation im Euro-Raum die Zinsen bisher nicht gesenkt.

Anders als in den USA reagierten die Anleger in Deutschland eher gemischt auf die Aktion der Notenbanken. Der Dax Chart zeigen legte bis zum Abend um 0,83 Prozent auf 8076 Zähler zu, der MDax Chart zeigen verbesserte sich minimal um 0,09 Prozent auf 10.047 Punkte, der TecDax Chart zeigen verlor dagegen 0,23 Prozent auf 993 Punkte. Der Euro legte geringfügig zu. Der Referenzkurs der Gemeinschaftswährung wurde mit 1,4675 Euro festgesetzt nach 1,4672 Euro am Vortag.

mik/AP/dpa

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