Hamburg - Was wusste der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch wirklich? In der VW-Affäre ist dies mittlerweile die alles entscheidende Frage. Vor rund einer Woche war ein Brief aufgetaucht, in dem ein damaliger VW-Mitarbeiter Piëch lange vor Bekanntwerden der Affäre darauf hinwies, dass "hier Millionen für zweifelhafte Arrangements ausgegeben werden". Doch Volkswagen
geht nun in die Offensive: Nach SPIEGEL-Informationen hält der Konzern das Schreiben für eine Fälschung.
In dem Brief hatte der VW-Mitarbeiter Piëch mitgeteilt, es lägen ihm Belege "über Luxusreisen" und "Reisen von Betriebsräten" vor, die "über Volkswagen abgerechnet wurden". Zudem habe er "Abrechnungsbelege der Vorstandskonten mit dubiosen Anforderungen und Abrechnungen wie das Konto 1860 des H. Hartz".
Über dieses Konto des damaligen Personalvorstands Peter Hartz wurden auch die Lustreisen der VW-Betriebsräte abgerechnet. Der Brief trägt den Eingangsstempel der Revision vom 11. April 2003. Das Schreiben könnte belegen, dass Piëch frühzeitig Anlass gehabt hätte, die Reisen des Betriebsrats untersuchen zu lassen, sagt Rechtsanwalt Wolfgang Kubicki, der den angeklagten Ex-VW-Manager Klaus-Joachim Gebauer vertritt.
VW hingegen bezweifelt die Echtheit des Briefs und hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig davon unterrichtet. Die VW-Revision finde in ihrem Posteingangsbuch, in dem alle ankommenden Schreiben notiert werden sollen, keinen Hinweis auf diesen Brief. Auf dem Stempel der Revision hätte zudem vermerkt sein müssen, wer den Vorgang bearbeitete.
Anwalt Kubicki kontert: Auf der zweiten Seite des Schreibens sei handschriftlich sehr wohl der Name eines VW-Revisors und sogar dessen private Handy-Nummer notiert worden. Kubicki will den Brief dem Gericht überreichen.
wal
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