Montag, 23. November 2009

Wirtschaft



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20.12.2007
 

Verdacht auf Preisabsprache

Anklage gegen Weihnachtsbaum-Züchter

Die drastische Teuerung bei Weihnachtsbäumen alarmiert die Justiz. Die Kopenhagener Staatsanwaltschaft für schwere Wirtschaftsvergehen hat jetzt den dänischen Weihnachtsbaumzüchter-Verband wegen Preismanipulation angeklagt. Der Fall betrifft auch deutsche Verbraucher.

Kopenhagen - Die deutsch-dänischen Beziehungen sind eigentlich bestens, vor allem an Weihnachten. Dänemark ist Europas größter Exporteur von Weihnachtsbäumen, pro Jahr führen die Dänen acht Millionen Tannenbäume aus. Einer der größten Abnehmer ist Deutschland - doch plötzlich ist das Verhältnis getrübt.

Weihnachtsbaum (in der Innenstadt von Osnabrück): Der durchschnittliche Baum kostet 24 bis 28 Euro
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DPA

Weihnachtsbaum (in der Innenstadt von Osnabrück): Der durchschnittliche Baum kostet 24 bis 28 Euro

Grund sind Ermittlungen der Kopenhagener Staatsanwaltschaft für schwere Wirtschaftsvergehen. Sie wirft den dänischen Weihnachtsbaum-Züchtern illegale Preisabsprachen vor - und hat den Branchenverband jetzt angeklagt, wie Verbandsmanager Kaj Oestergard bestätigte.

Dänemarks Wettbewerbsbehörde hatte den Züchterverband bereits in den Jahren 2001 und 2005 aufgefordert, damit aufzuhören, seinen Mitgliedern zur Verhinderung von Preiskämpfen Richtlinien für die Großhandelspreise zu geben. Doch das beeindruckte den Verband offenbar nicht. Schon im Oktober hatte er für diese Saison Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent angekündigt, da die Nachfrage das Angebot übersteige.

Unbeeindruckt zeigte sich Verbandsmanager Oestergard auch von der jüngsten Anklage. Er sei nicht besorgt, sagte er der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten", ohne sich zu Einzelheiten zu äußern. Ein Termin für das Verfahren steht noch nicht fest.

500.000 illegal gefällte Bäume

Unter den gestiegenen Preisen leiden auch die deutschen Verbraucher. Nach Angaben der Verbände der Holz- und Möbelindustrie sind Tannenbäume in diesem Jahr in der Bundesrepublik um 20 Prozent teurer geworden. Der durchschnittliche Baum koste zwischen 24 und 28 Euro. Die Kostensteigerung führen die Verbände unter anderem auf den Wirbelsturm Kyrill zurück, der viele Forstschäden im Sauerland, dem Hauptlieferanten deutscher Weihnachtsbäume, hinterlassen habe.

Die Lust am Tannenbaum lassen sich die Deutschen allerdings nicht nehmen. Im Gegenteil: In diesem Jahr dürften nach Schätzungen des Hauptverbandes der Holz verarbeitenden Industrie (HDH) rund 28,3 Millionen Weihnachtsbäume verkauft werden - 300.000 mehr als im Vorjahr. Die Gründe für die gestiegene Nachfrage sind laut HDH vielfältig: Die Lust am zweiten Baum für Balkon oder Terrasse und die Zunahme von Singlehaushalten stimulierten den Verkauf bei den Privathaushalten. Hinzu kämen vielerorts Firmen, Behörden und soziale Einrichtungen, die einen Baum aufstellen.

Wegen der hohen Preise greifen immer mehr Bundesbürger aber auch zu rechtlich zweifelhaften Mitteln. Nach Schätzungen der deutschen Waldbesitzer werden an Heiligabend 500.000 illegal gefällte Weihnachtsbäume in deutschen Wohnzimmern stehen. Durch den Diebstahl entstehe Waldbesitzern und Händlern zusammen ein Schaden von 20 Millionen Euro.

wal/AP

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