Berlin - So wenig Bier haben die Deutschen noch nie getrunken: Der Pro-Kopf-Verbrauch sank um drei Prozent auf ein Rekordtief von 112,5 Liter, wie der Geschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Peter Hahn, der "Welt" sagte. "2007 war für die deutsche Brauwirtschaft ein schlechtes Jahr."
Gründe für den mangelnden Durst waren laut Hahn das schlechte Wetter und die demografische Entwicklung. Außerdem sei im Vorjahr das Ergebnis wegen der Fußball-Weltmeisterschaft besonders gut gewesen. Zum ersten Mal seit sieben Jahren war der Bierkonsum 2006 wieder gestiegen.
Für die kommenden Jahre erwartet der Deutsche Brauer-Bund aber weiter ein Abnehmen der Bierlust. "Wir werden uns auf dauerhaft rückläufige Konsumzahlen einstellen müssen", sagte Hahn. Damit setzt sich nach dem kurzen WM-Höhenflug im WM-Jahr 2006 ein schon seit den neunziger Jahren anhaltender Abwärtstrend fort.
Der prognostizierte Absatzrückgang wird sich nach Ansicht des Brauer-Bundes mittelfristig auch auf die Brauereienvielfalt in Deutschland auswirken. Zwar rechnet Hahn nicht mit Pleiten. Aber Übernahmen und Zusammenschlüsse würden in den kommenden Jahren weiter zunehmen, sagte er. "Wir werden eine noch stärkere Konzentration auf die großen Braugruppen erleben." Derzeit gibt es hierzulande laut Verband 1284 Brauereien - so viele wie in keinem anderen Land weltweit. Allerdings decken die zehn größten davon mittlerweile fast 70 Prozent des Marktes ab. Und schon mittelfristig soll dieser Wert deutlich steigen.
ase/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH