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Rohstoff-Vorräte Opec rechnet die Ölkrise hoch

2. Teil: Indonesiens Quellen versiegen als erste

Die Krux: Die Opec-Prognosen unterstellen, dass, sobald ein Land seine Reserven aufgebraucht hat, die verbleibenden Mitglieder dessen Anteil an der Gesamtförderung mitstemmen müssen. Kuweit zählt daher ebenso wie der Irak in den Szenarien eins und zwei zwar zu den Ländern mit dem längsten Atem. Die 180 Jahre bleiben jedoch eine theoretische Größe, die praktisch nicht erreicht werden kann.

Indonesien fällt als erstes aus

Eines der ersten Länder, dass seinen Lieferverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, dürfte dagegen Indonesien sein. Alle drei Szenarien der Opec-Studie kommen zu diesem Ergebnis.

Es gibt indes weitere Faktoren, die die Präzision der Opec-Vorhersagen einschränken. Nach Ansicht von Opec-Analyst Kazim spielen beispielsweise die hohen Investitionen, die in den kommenden Jahren in den Ausbau der Fördertechnik gesteckt werden müssen, eine wichtige Rolle.

Der Experte glaubt, dass vor allem Opec-Staaten mit ohnehin angespannter Haushaltslage wie der Irak, Nigeria oder Venezuela Schwierigkeiten haben werden, diese Investitionen vorzunehmen.

Mögliche künftige geopolitische Konflikte wurden zudem bei der Analyse ebenso wenig berücksichtigt wie die Option, dass neue Ölvorkommen entdeckt werden oder neue Mitglieder wie beispielsweise Russland oder Norwegen zur Opec stoßen könnten. Schließlich darf die künftige Nutzung erneuerbarer Energien nach Ansicht von Kazim nicht außer Acht gelassen werden. Insbesondere die Fortschritte im Bereich der Brennstoffzellen- und der Wasserstoffmotoren könnten die Nachfrage nach Öl zumindest im Transportbereich drastisch senken.

Experten sind nicht zuletzt deshalb skeptisch was die Aussagekraft der Opec-Prognosen angeht. "Neben dem schwachen Dollar, aktuellen politischen Spannungsfeldern beispielsweise in Pakistan sowie dem Agieren einiger Hedgefonds am Markt hat das Opec-Papier sicher zum Preisanstieg der vergangenen Tage beigetragen", meint etwa Eugen Weinberg von der Commerzbank. "Grundsätzlich denke ich aber, dass derartige Vorhersagen mit Vorsicht zu genießen sind."

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