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Peinliche Ölpreis-Prognosen Er sinkt! Er steigt! Er bleibt!

4. Teil: 1972 - "Das Ende allen Wachstums"

1972 prognostizierte der Wissenschaftler Dennis Meadows im Auftrag des Club of Rome das Ende allen Wirtschaftswachstums. Schuld daran, so Meadows, sei der Ressourcenmangel, besonders der Mangel an Öl. "Wenn die Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen anhält, werden die Wachstumsgrenzen im Lauf der nächsten hundert Jahre erreicht", schrieb er in seiner legendären Studie "Die Grenzen des Wachstums".

Meadows' Werkzeuge waren das modernste, was Computer und Wissenschaft damals hergaben: 99 Regelkreise simulierten das Wachstum von Bevölkerung, Nahrungsmittelproduktion, Industrialisierung, Umweltverschmutzung und die Ausbeutung von Rohstoffen. Neben der Wirkung steigender Preise unterschätzte dieses Modell vor allem die Möglichkeiten zur Verbesserung der Technik.

Problematisch war, dass manche Experten Meadows' Vision vom leergepumpten Planeten schon Mitte der siebziger Jahre herbeizitierten - obwohl die Prognose bis 2072 reicht. Der Grund: Rohstoffe schienen damals knapp zu werden, die Ölpreise stiegen gen Himmel. An Sonntagen gab es in Deutschland Autofahrverbot zwecks Benzineinsparung.

Doch nicht die materielle Knappheit des Erdöls behinderte seinerzeit das Wachstum. Schuld war das Opec-Kartell, das durch die Begrenzung seiner Exporte den Preis hoch trieb.

Paradoxerweise wirkte dieser Preisanstieg einer Ressourcenknappheit aber gerade entgegen: Das teure Öl machte immer kompliziertere Förderverfahren wirtschaftlich - dadurch wurden nun auch abgelegene Rohstoffe erschlossen. Die Grenzen des Wachstums sind jedenfalls gut 40 Jahre später noch nicht erreicht.

Meadows' Studie genießt noch heute bei vielen Kultstatus. Immerhin läuft sie ja auch noch bis 2072. Zudem zeigt sie, dass zwar die Prognosemethoden inzwischen viel komplexer geworden sind - die Prognosen aber dadurch nicht unbedingt besser.

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insgesamt 17 Beiträge
and_123 04.01.2008
nachdem "Exxon" vergangenes Jahr so sicherlich round about 30Mrd € Gewinn einfährt (und das sicherlich nicht wg. verkaufter Brezeln an den Tankstellen); die OPEC-Staaten gar nicht mehr wissen wohin mit den Petrodollars; [...]
nachdem "Exxon" vergangenes Jahr so sicherlich round about 30Mrd € Gewinn einfährt (und das sicherlich nicht wg. verkaufter Brezeln an den Tankstellen); die OPEC-Staaten gar nicht mehr wissen wohin mit den Petrodollars; zwischenzeitlich kaufen die dann ja auch noch unsere Industrieperlen auf; ach ja nicht zu vergessen die sog. Spekulaten, da sind ja auch noch mal 15-20$ eingepreist; würde ich sagen der Preis ist um mindestens 40$ zu hoch. Aber so ist es nun mal; was alle dringend haben möchten/müssen erzielt -bei gleichzeitigem Mangel- nun mal Höchstpreise.
indosolar 04.01.2008
aber der Trend spricht eine eindeutige Sprache, da hilft auch alle Preisbereinigung nichts, bestenfalls ueber den Tellerand schauen und mal ein paar Jahre in Entwicklungslaendern arbeiten. Wer dort sieht, wie Benzinkrisen immer [...]
aber der Trend spricht eine eindeutige Sprache, da hilft auch alle Preisbereinigung nichts, bestenfalls ueber den Tellerand schauen und mal ein paar Jahre in Entwicklungslaendern arbeiten. Wer dort sieht, wie Benzinkrisen immer haeufiger werden, und weiss das vieles expotentielle Funktionen sind, und vor allem ubersteuerte Regelkreislaeufe schlagartig zusammenbrechen, der ahnt, was uns erwartet. Es spielt doch ueberhaupt keine Rolle ob der Vorausblick 2072 endet und dann 2092 eintritt? Was sind 20 Jahre? Die letzten 20 Jahre habe es die wohlweislich betriebswirtschaftlich ausgebildeten Zahlenakrobaten bestenfalls geschafft, den Benzinverbrauch pro PS zu reduzieren, aber alles in allem die notwendige Effiziens nicht erreicht, weil man in betriebswirtschaftlichen Dimensionen denkt.Volkswirtschaftler sind nicht besser und Weltwirtschaftler sollten in erster Linie Naturwissenschaftler sein, die wissen dass man Naturgesetze nicht ueberlisten kann. Das perpetum mobile des Wohlstandes der Nationen existiert nicht, aber es wird weiterhin als die Wunderloesung verkauft. Da ist Tiefstapeln statt Realitaetssinn angesagt, ansonsten fliegt der Schwindel schneller auf. Dies ist der einzige Grund warum die Analysisten so trefflich daneben liegen, meistens nach Unten, was den Verbrauch von Resourcen im "unbegrenzten" wirtschaftlichen System angeht. Man kann sich als 50 Jaehriger ganz entspannt zurueck lehnen, das Desaster tritt sehr wahrscheinlich nicht mehr vor dem eigenen Ableben ein, wohlgemerkt nur, wenn man keine Kinder hat.....sonst muss man an Erklaerungen basteln um wenigstens halbwegs in guter Erinnerung zu bleiben!
angi.roesch 04.01.2008
Der Rohölpreis hängt von sehr vielen unvorhersehbaren Faktoren ab: politischen, ökonomischen, sogar meteorologischen. Angesichts dessen wird eine Punkt-Vorhersage des Ölpreises immer grundsätzlich fragwürdig bleiben. Wir [...]
Der Rohölpreis hängt von sehr vielen unvorhersehbaren Faktoren ab: politischen, ökonomischen, sogar meteorologischen. Angesichts dessen wird eine Punkt-Vorhersage des Ölpreises immer grundsätzlich fragwürdig bleiben. Wir versuchen dies auf unserer Website www.RiskyOil.com zu dokumentieren.
gunnar.kaestle 04.01.2008
Zu dem Thema kann ich auch das Buch von Herman Daly empfehlen: Beyond Growth - The Economics of Sustainable Development. Er weist noch einmal darauf hin, dass bei einer exponentiell wachsenden Wirtschaft als Subsystem in einem [...]
Zu dem Thema kann ich auch das Buch von Herman Daly empfehlen: Beyond Growth - The Economics of Sustainable Development. Er weist noch einmal darauf hin, dass bei einer exponentiell wachsenden Wirtschaft als Subsystem in einem nicht-exponentiell wachsenden (Öko)System es einmal zu Zielkonflikten bezüglich der Ausgestaltung des schrumpfenden Restes [Gesamtsystem-Ökonom.System] kommen muss. Dabei spielen auch nicht-erneuerbare Ressourcen eine wichtige Rolle, die von ihrer endlichen Charakteristik einen zentralen Einflußfaktor für die zukünftige Entwicklung darstellen. Die aktuellen Preisausschläge deuten darauf hin, dass die Peak-Oil Mahner am längeren Hebel sitzen. Selbst bei Preisen von 100-200 USD/barrel kann man gar nicht so schnell teuere Anlagen zur Teersandaufbereitung und Kohleverflüssigung errichten, wie die Produktionskapazitäten an billigem konventionellem Öl wegbrechen.
blue-x 04.01.2008
Wer den Prognosen der Wirtschaftsinstitute vertraut, ist verlassen. Die Prognose des DIW lag m. E. noch in 2006 bei 40-50 $. Jetzt wagt man eine 10-Jahresprognose mit max. 200 $. Sicher genauso falsch und aufgrund Peak Oil [...]
Wer den Prognosen der Wirtschaftsinstitute vertraut, ist verlassen. Die Prognose des DIW lag m. E. noch in 2006 bei 40-50 $. Jetzt wagt man eine 10-Jahresprognose mit max. 200 $. Sicher genauso falsch und aufgrund Peak Oil vollkommen unkalkulierbar. Peinlich ist, dass die Energieexperten nicht mal rechnen können: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?cnt=1266876 Bei einem Ölpreis von 200 $ beträgt nach Frau Kempfert der Benzinpreis 4 EUR ! Real sind das aber auch bei Dollarparität max. 2,50 EUR. Die Mineralölsteuer machts möglich.
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