Wirtschaft



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04.01.2008
 

Luxusgut Wärme

Heizöl so teuer wie nie zuvor

Preisschock für Verbraucher: Heizöl kostet mehr als jemals zuvor, ein Liter Benzin ist um rund vier Cent teurer als in Dezember. Schuld ist der hohe Rohölpreis. Der Wirtschaftsweise Rürup warnt dennoch vor Panikmache.

Berlin - Wer es im Winter gern kuschelig warm hat, sollte ein paar Euro extra beiseite legen in diesen Monaten. Nachdem der Ölpreis an den Rohstoffbörsen die Rekordmarke von 100 Dollar durchbrochen hat, ist auch Heizöl so teuer wie nie zuvor. Nach einer Umfrage des Hamburger Energie Informationsdienstes (EID) in 14 Städten kosteten 100 Liter Heizöl durchschnittlich 75 Euro und damit einen Euro mehr als im Dezember. Auch Autofahrer bekommen den Ölschock zu spüren: Der Benzinpreis stieg nach EID-Beobachtungen auf 1,40 Euro pro Liter. Das sind vier Cent mehr als im Dezember. Diesel verteuerte sich um zwei Cent auf 1,30 Euro.

"Im Zuge der gestiegenen Rohölpreise verteuerten sich auch die Produkte im Rotterdamer Markt, was auch die Autofahrer an den deutschen Tankstellen und vor allem die Heizölkunden zu spüren bekamen", erklärte EID-Chefredakteur Rainer Wiek. Auslöser für den jüngsten Preissprung waren unter anderem Daten der US-Regierung, wonach die Rohöl-Bestände deutlich geringer sind als erwartet. Im Jahr 2007 war der Ölpreis um 57 Prozent gestiegen.

Wiek geht aber davon aus, dass sich die spekulationsgetriebene Aufregung an den Märkten wieder legt. Anzeichen für eine schwächere Konjunktur in den USA dürften sich dämpfend auswirken. Auch der Wirtschaftsweise Bert Rürup warnt vor übertriebenem Konjunktur- Pessimismus angesichts der steigenden Rohstoffpreise. Der Preis für ein Fass Öl könne noch "einen Tick" steigen, werde sich bis Ende 2008 aber in einer Größenordnung von 80 Euro einpendeln, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung dem Deutschlandfunk.

Die Lage dürfe nicht dramatisiert werden, sagte Rürup. Anders als Mitte der siebziger Jahre sei der zuletzt stark gestiegene Rohölpreis nicht die Folge einer Angebotsverknappung, sondern eines sehr dynamischen wirtschaftlichen Wachstums. Zudem beinhalte der aktuelle Preis "hohe spekulative Elemente", sagte Rürup. "Ich gehe nicht davon aus, dass von der gegenwärtigen aktuellen Entwicklung eine relevante Beeinträchtigung der Konjunktur in diesem Jahr zu erwarten ist", ergänzte er.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält dagegen bis 2018 den Anstieg auf einen Barrelpreis von 200 Euro für möglich. "Sollte sich der Ölpreis verdoppeln - was nicht unwahrscheinlich ist - und der Dollarkurs normalisieren, würde der Liter Super vier Euro kosten", sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert der "Bild-Zeitung" außerdem. Der Automobilclub ACE sprach von "Panikmache" und warf den Wirtschaftsinstituten "Horrorszenarien" vor. Es könne angesichts sicher bestätigter Ölreserven mit einer Reichweite von mehr als 46 Jahren keine Rede von erschöpften Quellen sein, meinte der ACE.

ase/dpa

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