Wirtschaft



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18.01.2008
 

Bilanzloch

Krankenkassen fehlen mehr als zehn Milliarden Euro

Gigantische Finanzlücken: Die Krankenkassen haben laut "Bild"-Zeitung mehr als zehn Milliarden Euro mehr Verbindlichkeiten als bekannt. Für die Pensionen ihrer Mitarbeiter in beamtenähnlichen Anstellungsverhältnissen haben sie dem Blatt zufolge keine Rücklagen gebildet.

Hamburg - Milliardenlöcher bei den Krankenkassen: Allein der AOK fehlen nach Angaben der "Bild"-Zeitung 8,1 Milliarden Euro. Dem Bericht zufolge streiten sich nun Bund, Länder und Krankenkassen erneut, wie der Gesundheitsfonds kommendes Jahr mit ausgeglichenen Bilanzen gestartet werden kann.

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Baden-Württembergs Gesundheitsministerin Monika Stolz (CDU) forderte, dass mit dem Fonds-Start die Länder für ihre Kassen nicht mehr haften. Der Chef des BKK-Bundesverbandes Wolfgang Schmeinck sagte dem Blatt: "Die Altlasten dürfen nicht den Kassen aufgebürdet werden, die rechtzeitig vorgesorgt haben."

Den Gegnern des umstrittenen Fonds gibt das Milliardenproblem neue Argumentationshilfe. Der gesundheitspolitischer Sprecher der FDP Daniel Bahr etwa sagte: "Der Fonds ist schon pleite, bevor er gestartet ist. Man sollte ihn stoppen." Zu diesem Thema haben die Liberalen heute im Bundestag eine aktuelle Stunde beantragt.

Ab Januar kommenden Jahres soll der Gesundheitsfonds die Beitragseinnahmen zwischen den gesetzlichen Krankenkassen verteilen. Die unterschiedlichen Beitragssätze werden durch einen Einheitssatz ersetzt, der im Herbst beschlossen wird. Wer gut wirtschaftet, darf die Überschüsse an die Mitglieder auszahlen - bei allen anderen drohen Zusatzforderungen an die Kunden.

Die Kassen laufen gegen den Fonds schon seit geraumer Zeit Sturm. Mehrere Kassenchefs warnten jüngst vor Beitragssätzen von bis zu 15,5 Prozent. Der Fonds droht Kritikern zufolge unter anderem deshalb teuer zu werden, weil Arzneimittelkosten und die Ausgaben von Krankenhäusern zu steigen drohen. Niedergelassene Ärzte erhielten außerdem wegen der neuen Honorarordnung mehr Geld, argumentieren sie.

ase/ddp/Reuters

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