Berlin - Nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) haben Mitte vergangenen Jahres 1,224 Millionen Menschen zusätzlich zu ihrem Arbeitseinkommen Hartz-IV-Leistungen bezogen. Das seien 131.000 oder zwölf Prozent mehr als zu Jahresbeginn gewesen, berichtet die "Berliner Zeitung".
Im Vergleich zu September 2005 sei die Zahl sogar um 28 Prozent gestiegen. Im Osten Deutschlands seien schon 5,6 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen.
DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy sagte der Zeitung, der Anstieg zeige, dass das Arbeitseinkommen bei einer zunehmenden Zahl von Menschen nicht mehr ausreiche, um die eigene Existenz zu sichern.
In vielen Fällen handele es sich zwar um geringfügig Beschäftigte und Teilzeitbeschäftigte sowie um Familien, die mit Kindern einen erhöhten sozialen Bedarf hätten. Es werde aber ein Lohndruck nach unten in der Arbeitswelt sichtbar. Auch aus diesem Grund bestehe der DGB auf Mindestlöhnen, sagte Adamy.
wal/dpa-AFX
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