Köln/Düsseldorf - Die WestLB steckt tief in finanziellen Schwierigkeiten: Wie das Unternehmen mitteilt, geht der Vorstand für das Jahr 2007 "nach dem jetzigen Stand der Portfolio-Bewertungen" von einem Konzernverlust von ungefähr einer Milliarde Euro aus. Zusätzlich erwarte man fast eine weitere Milliarde Euro nicht dauerhafte Wertminderung.
WestLB-Zentrale: Teure Fehlspekulationen
Gestern hatte es Berichte gegeben, wonach bei der WestLB zahlreiche Jobs auf der Kippe stehen. Laut "Rheinischer Post" will das Institut kurzfristig 2000 Arbeitsplätze streichen. Je 1000 Stellen sollen im In- und Ausland abgebaut werden, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Eigentümerkreise. Die Eigentümer äußerten sich nach ihrer Sitzung gestern Abend offiziell nicht dazu.
Die WestLB selbst dementierte den Bericht. "Sicher beunruhigen Sie aktuelle Meldungen, nach denen die WestLB plant, 2000 Stellen abzubauen", schreibt WestLB-Chef Alexander Stuhlmann in einem Brief an die Mitarbeiter. "Um es klar zu sagen: Dieser Plan existiert nicht ."
Der Vorstand arbeite aber bereits an einem Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung. "Mit der Umsetzung wollen wir bereits im ersten Quartal dieses Jahres beginnen", schreibt Stuhlmann. Die Kapitalstärkung versetze die Bank in die Lage, die anhaltend negative Entwicklung an den internationalen Kapitalmärkten aufzufangen.
Die WestLB habe zudem weiter "das klare Ziel", ein Zusammengehen mit der Helaba auszuloten, schreibt Stuhlmann. Die Eigentümer sagten, die befürworten, die detaillierten Gespräche zwischen der WestLB und der Helaba fortzusetzen.
Die Eigentümer der Bank hatten am Sonntagabend über die Zukunft der Bank beraten. 51 Prozent der WestLB gehören den Sparkassen und Landschaftsverbänden von Nordrhein-Westfalen, weitere 38 Prozent befinden sich in Händen des Landes.
Die WestLB, die drittgrößte Landesbank Deutschlands, ist durch Fehlspekulationen mit Aktien großer deutscher Unternehmen sowie durch von der US-Finanzkrise bedingte Verluste in die Krise geraten.
ssu/AFP/AP/dpa/ddp/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH