Wirtschaft



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23.01.2008
 

Teure Impfstoffe

Ausgaben für Arzneimittel steigen kräftig

Neuer Kostenschub für die gesetzliche Krankenversicherung: Die Arzneimittel-Ausgaben sind im vergangenen Jahr um 6,4 Prozent auf 28,1 Milliarden Euro gestiegen. Schuld ist die erhöhte Mehrwertsteuer - und teure Impfstoffe.

Frankfurt am Main - Für die Krankenkassen war 2007 ein teures Jahr. Die Arznei-Umsätze haben deutlich zugenommen, teilte der Marktdaten-Anbieter IMS Health mit. Insgesamt gab die gesetzliche Krankenversicherung 28,1 Milliarden Euro für Medikamente aus - 6,4 Prozent mehr als 2006. Das Jahr zuvor hatten die Ausgaben nur leicht angezogen.

Vor allem die Kosten für Impfstoffe schnellten 2007 mit einem Plus von 86 Prozent auf eine Milliarde Euro in die Höhe. Grund sei das gesetzlich erweiterte Leistungsangebot der Kassen. So waren durch die Gesundheitsreform empfohlene Impfungen zu Pflichtleistungen erhoben worden. Darüber hinaus schlug die Anhebung der Mehrwertsteuer zu Buche, und zwar mit 683 Millionen Euro. Ohne diese beiden Effekte wäre 2007 der Ausgabenanstieg laut IMS mit 2,1 Prozent deutlich geringer ausgefallen.

Hohe Zuwächse verzeichneten die Experten bei den Ausgaben für Medikamente zur Behandlung schwerer Erkrankungen wie etwa bestimmten Krebsleiden. Aber auch bei Präparaten gegen psychische Erkrankungen - etwa Psychosen und Schizophrenie - gab es zweistellige Ausgabenzuwächse.

Bei den Nachahmer-Medikamenten zeigten sich nach Berechnungen des Marktdatenanbieters 2007 die Auswirkungen der Rabattverträge. So sei der Absatz von Generika zwar um kräftige 9,4 Prozent gestiegen, der Umsatz zulasten der Kassen habe aber nur um 5,7 Prozent zugenommen. In den Zahlen spiegelten sich unter anderem die sinkenden Preise für Generika-Präparate wider.

Mit der im vergangenen Jahr in Kraft getretenen Gesundheitsreform dürfen Apotheker einem Patienten bei Rezeptvorlage nur Präparate derjenigen Hersteller ausgeben, die mit der betroffenen Kasse Rabattverträge abgeschlossen haben. Viele Firmen sind daher mit den gesetzlichen Kassen solche Verträge eingegangen.

wal/Reuters

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