Wirtschaft



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23.01.2008
 

Nokia-Boykott

Bonn tauscht Hunderte Handys aus

Solidaritätswelle nach Werksschließung: Zuerst trampelten gefeuerte Mitarbeiter wütend auf ihren Nokia-Geräten herum, dann übten sich Spitzenpolitiker in Nokia-Askese. Die Stadt Bonn zieht jetzt nach - Hunderte Mitarbeiter von Verwaltung und Energieversorger wollen die Marke wechseln.

Bonn - Die Bonner Stadtverwaltung will aus Solidarität mit den Beschäftigten des Bochumer Nokia-Werkes die finnischen Handys gegen Mobiltelefone anderer Marken tauschen. Das habe der Verwaltungsrat der Stadt beschlossen, sagte eine Sprecherin der Stadt Bonn. Der Wechsel zu einer anderen Telefonmarke werde natürlich kostenneutral vollzogen. Wenn gerade erst ein neuer Vertrag abgeschlossen worden sei, müsse mit dem Handy-Tausch gewartet werden, bis dieser kostenlos möglich sei.

Protestplakat bei Nokia-Kundgebung: Bonn zieht mit
DDP

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Gleich 400 Nokia-Mobiltelefone wollen die Bonner Stadtwerke eintauschen. Stadtwerke-Chef Hermann Zemlin sagte zu der Aktion, die Stadtwerke als regional verwurzeltes Unternehmen, das nicht Gewinnmaximierung anstrebe, sondern sich an den Interessen der Bürger orientiere, könnten ein derart unsoziales Verhalten wie das des Nokia-Managements nicht akzeptieren.

Nokia-Boykott scheint im Trend zu liegen: Die angekündigte Schließung des Werks in Bochum könnte laut einer Umfrage dem Ruf des Handy-Herstellers schweren Schaden zufügen. Rund 68 Prozent der Befragten gaben in einer repräsentativen Umfrage des Hamburger Magazins "Stern" an, das Ansehen der finnischen Mobilfunkmarke habe durch die Entscheidung gelitten. Etwas mehr als die Hälfte der 1002 Befragten zeigten sich zudem offen für Boykottmaßnahmen: Auf die Frage, ob sie wegen der Schließungspläne künftig vom Kauf eines Nokia-Handys absehen würden, antworteten laut Umfrage 56 Prozent mit Ja.

amz/dpa/ddp

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