München - Siemens-Chef Peter Löscher ist noch kein Jahr im Amt, da kann er schon hervorragende Zahlen vorlegen. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres kommt der Konzern auf einen Gewinn von knapp 6,5 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag der Gewinn bei 788 Millionen Euro.
Zu einem großen Teil ist der Zuwachs auf den Verkauf des Autozulieferers VDO zurückzuführen. Andererseits machte Siemens
nach eigenen Angaben auch deutliche operative Fortschritte. Insgesamt dürfte Löscher damit gestärkt in die weitere Aufarbeitung des Schmiergeldskandals gehen. "Wir sind gut und stabil unterwegs", sagte Löscher heute in München. An der Börse sprang die Siemens-Aktie heute Morgen um mehr als fünf Prozent nach oben.
Überstanden ist die Affäre aber nicht. Allein im ersten Quartal musste Siemens 127 Millionen Euro für Berater und die Verbesserung der Kontrollsysteme ausgeben. Insgesamt summieren sich die Kosten des Korruptionsskandals bisher auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Durch eine drohende Milliardenstrafe in den USA könnte sich diese Summe noch deutlich erhöhen. Nach eigenen Angaben erwartet Siemens auch für die Zukunft Strafzahlungen, Geldbußen und andere Ausgaben in erheblichem Umfang.
Beim Umsatz legte Siemens ebenfalls kräftig zu. Er stieg um zehn Prozent auf 18,4 Milliarden Euro. Damit schnitt der Konzern besser ab, als von Analysten erwartet. Sorgenkinder sind allerdings die Verkehrstechnik mit anhaltenden Problemen bei den "Combino"-Straßenbahnen und die bisherige Ertragsperle Energieerzeugung.
"Ich vertraue meinem Vorstand"
Eine weitere Abschwächung der US-Konjunktur fürchtet der Konzern erst auf etwas längere Sicht. "Wir gehen davon aus, dass die Wirkungen der amerikanischen Geschäftskrise nicht unmittelbar auf uns durchschlagen", sagte Löscher. Siemens profitiere vor allem von langfristigem Projektgeschäft.
Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Löscher daher: "Beim Umsatz wollen wir mindestens doppelt so schnell wachsen wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt, und das Ergebnis der Bereiche soll mindestens doppelt so stark wachsen wie der Umsatz."
Hinweise auf eine mögliche Verwicklung von aktiven Vorstandsmitgliedern in die Korruptionsaffäre sieht Löscher gelassen. "Ich vertraue meinem Vorstand." Auf der heute stattfindenden Hauptversammlung soll der gesamte Vorstand mit Ausnahme Löschers wegen der neuen Hinweise nicht entlastet werden. Berichte über neues Schwarzgeld, das in der Medizintechniksparte entdeckt worden sein soll, wies Siemens strikt zurück. Die verdächtigen Zahlungen von 140 Millionen Euro, über die heute mehrere Zeitungen berichteten, seien bereits im vergangenen Jahr überprüft und berücksichtigt worden, sagte Löscher.
Finanzvorstand Joe Kaeser betonte, es bleibe bei der Summe von rund 1,3 Milliarden Euro, die seit Oktober 1999 als Beraterentgelte oder Barauszahlungen ausgewiesen waren, aber wohl in schwarzen Kassen gelandet sind. "Es gibt keine zusätzlichen Erkenntnisse über zusätzliche Zahlungen", sagte Kaeser.
wal/dpa/ddp
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es sei mal nachgetragen: trotz aller interner widerstände, gänzlich ohen stallgeruch, trotz eines grossmaul wie cromme hat herr löscher seinen job bis dato gut gemacht oder muss man sagen-auch er hat siemens nicht kaputt [...] mehr...
In meinem Forumsbeitrag vom 18.03.08 # 149 formulierte ich: In die Leistungsfähigkeit von S. hat Löscher noch vollstes Vertrauen. Auf sein Unternehmen will er weiter bauen. Er sieht S. gut unterwegs - vorwärtsgerichtet. Die [...] mehr...
Sie können davon ausgehen, dass das irgendwie geschieht: Man stimmt sich darüber ab, wer welchen Auftrag bekommen soll und wer wieviel Sidemoney bekommen soll. Nur wenn aus "Versehen" mal der falsche Bieter den [...] mehr...
Sicherlich richtig. Vielleicht sollte Siemens mal bei GE oder bei Toshiba fragen, wie die das handhaben. mehr...
Das erfährt man dadurch, dass einem die Tür vor der Nase zugeschlagen wird, wenn man es dabei zu toll getrieben hat. Das ist in Skandinavien früher der Fall, als in Ghana und Nigeria. Nun darf man darüber grübeln, in welchem der [...] mehr...
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