Düsseldorf/Hamburg - "Der Linksruck in Deutschland setzt sich fort", sagte Thumann dem "Handelsblatt". Die Linkspartei habe überraschend hohe Zustimmung erreicht, die CDU in Hessen viel stärker verloren als erwartet. "Die Politik muss aufhören, nur über soziale Gerechtigkeit und Umverteilung zu reden", sagte Thumann. Sie müsse stattdessen dafür sorgen, dass die Wirtschaft Arbeitsplätze schaffen könne: "Das ist sozial."
Der Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Michael Heise, sieht in den Wahlergebnissen ein klares Signal dafür, dass die politische Linke in Deutschland an Bedeutung gewinnt. "Das ist nicht die Botschaft, die wir für Deutschland brauchen", sagte Heise der Zeitung. Dadurch werde der Reformdruck auf die Politik "sicher nicht erhöht, sondern gedämpft". Die Politik habe der Stimmung des Volkes "enorm Rechnung getragen". "Ich wünsche mir von der Bundesregierung, speziell von Bundeskanzlerin Merkel, dass sie sich davon distanziert", forderte Heise.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, sagte der "Bild"-Zeitung: "Der SPD-Erfolg in Hessen ist ein endgültiges Signal hin zu mehr Verteilungspolitik in Deutschland." Die Bundesregierung werde sich nun noch stärker auf Leistungsempfänger konzentrieren und die Leistungsträger noch stärker vernachlässigen. "Das ist eine gefährliche Politik, da sie Wirtschaftswachstum kosten kann und dauerhaft nicht zu mehr Wohlstand führt", betonte Zimmermann.
mik/AFP
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