Bukarest - Der Bezirk Cluj in Rumänien entwickelt sich zu einer Boomregion. Erst baut hier Nokia ein neues Handy-Werk - und schließt dafür die Produktion in Bochum. Und dann könnte auch noch Daimler kommen. Davon gehen zumindest die örtlichen Behörden aus.
Demnach prüft der deutsche Autokonzern Rumänien als Standort für den Bau eines Automobilwerks in Osteuropa. "Es gibt Gespräche auf höchster Ebene zwischen Vertretern von Daimler und dem rumänischen Premierminister über die Errichtung einer Automobilproduktion in Rumänien", sagte ein Vertreter der Bezirksregierung von Cluj (zu deutsch Klausenburg). Eine weitere Option sei Polen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.
Der Stuttgarter Autobauer wollte sich nicht dazu äußern. Ein Sprecher verwies auf frühere Äußerungen, wonach Osteuropa bei Bedarf künftig für den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten in Frage kommen könnte.
Cluj liegt im Nordwesten von Rumänien, etwa 20 Kilometer entfernt von Jucu, dem künftigen Nokia-Standort. Möglicherweise hält sich Daimler deshalb bedeckt, um ähnliche Proteste wie im Fall Nokia zu vermeiden.
Ein Daimler-Sprecher sagte SPIEGEL ONLINE: "Wenn ein neues Werk in Osteuropa gebaut werden sollte, bleiben die deutschen Standorte davon unberührt." Es gehe ausschließlich um zusätzliche Kapazitäten.
wal/Reuters
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