Bukarest - 30 Jahre - so lange hat Nokia Zeit, seinen Standort im rumänischen Jucu bei Cluj aufzubauen. So lange wird dem finnischen Handy-Hersteller nämlich die Immobiliensteuer des rumänischen Industrieparks erlassen, in den er das Bochumer Werk verlagern will. Falls Nokia den Standort allerdings vor dieser Frist verlasse, müssten die Finnen diese Steuern für Grundstück und Fabrikhallen rückwirkend zurückbezahlen. Das erklärte der Direktor der Industrieparkgesellschaft Tetarom, Viorel Gavrea, zu der auch das Nokia-Gelände gehört.
Die Vereinbarung solle in zwei Monaten in einem Vertrag mit den rumänischen Behörden festgehalten werden, sagte Gavrea weiter. Nicht nur Nokia kommt in den Genuss dieser Privilegien: Alle anderen Investoren, die sich dort niederlassen, sollen diese Vergünstigung ebenfalls erhalten. Nokia will die Handy-Produktion aus Bochum verlagern, was in Deutschland für heftige Kritik sorgt.
Die Immobiliensteuer wird ausschließlich von den Kommunen festgesetzt und erhoben. In Jucu beträgt sie ein Prozent des Immobilienwerts. Die Profitsteuer, die zentral in Bukarest erhoben wird, müsse Nokia
aber bezahlen, hatten die Behörden bisher erklärt. Sie liegt in Rumänien einheitlich bei 16 Prozent.
Mit dem in zwei Monaten zu unterzeichnenden Vertrag bekomme das Gelände in Jucu auch den offiziellen Status eines Industrieparks, sagte Gavrea weiter. Neben Nokia wollen sich vier weitere Zulieferer dort niederlassen, alleine Nokia wird 90 Hektar auf dem insgesamt 159 Hektar großen Gelände besetzen.
sam/dpa
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