Wirtschaft



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04.02.2008
 

Bündnis gegen Übernahme

Google-Chef Schmidt bietet Yahoo Hilfe an

Jetzt geht der Kampf um die Herrschaft im Web erst richtig los. Der Suchmaschinenriese Google hat dem Internet-Konzern Yahoo Unterstützung gegen die 45-Milliarden-Offerte von Microsoft zugesagt. Experten spekulieren schon über Gegenangebote.

San Francisco - Schnell, direkt und vor allem persönlich: Google-Chef Eric Schmidt hat Yahoo-Mitgründer Jerry Yang am Telefon seine Hilfe in jeder Hinsicht angeboten. Das berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Eine Gegenofferte zu dem Microsoft Chart zeigen-Angebot von rund 45 Milliarden Dollar habe Schmidt zwar nicht angedeutet, möglicherweise aber die Unterstützung für einen anderen Bieter sowie eine Partnerschaft mit Yahoo bei der lukrativen Werbung im Internet, zitierte das Blatt nicht näher genannte Insider.

Google-Chef Eric Schmidt: Der Kampf um Yahoo und die Macht im Weg beginnt jetzt erst richtig.
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AFP

Google-Chef Eric Schmidt: Der Kampf um Yahoo und die Macht im Weg beginnt jetzt erst richtig.

Am Freitag hatte Microsoft fast 45 Milliarden Dollar für Yahoo Chart zeigen geboten - gemeinsam mit dem Internet-Unternehmen will Microsoft endlich im lukrativen Geschäft mit Online-Werbung zum Platzhirsch Google Chart zeigen aufschließen. Der wiederum befürchtet, dass Microsoft wegen der Dominanz bei PC-Betriebssystemen in der Lage sein könnte, Kunden automatisch auf seine Online-Angebote wie E-Mail oder Instant Messaging zu leiten.

Was das Angebot von Google-Chef Schmidt konkret bedeutet, ist noch unklar. Bislang seien noch keine Gegenangebote zur Microsoft-Offerte bei Yahoo eingegangen, hieß es bei Yahoo. Der Verwaltungsrat von Yahoo habe auch noch keine Entscheidung über das Angebot von Microsoft getroffen, hieß es in dem Bericht weiter. Das Unternehmen hatte am Wochenende erklärt, man werde alle strategischen Optionen prüfen.

Wie sehr die Microsoft-Offerte das führende Internet-Portal aufgeschreckt hat, zeigt eine Online-Veröffentlichung von Google-Topjurist David Drummond. "Microsofts feindliches Übernahmeangebot wirft beunruhigende Fragen auf." Es handele sich nicht nur um eine finanzielle Transaktion, sondern darum, die Grundsätze des Internets zu erhalten: Offenheit und Innovation, schrieb Drummond.

Heftige Spekulationen bei Experten

Über eine mögliche Zusammenarbeit von Yahoo und Google wird unter Experten heftig spekuliert. So könnte Yahoo seine eigene Internet-Suche kostengünstig auslagern und über die Google-Suche laufen lassen. Auch Gegengebote anderer Interessenten gelten als möglich. Denkbar seien private Investoren oder Medienkonzerne wie die News Corp des Multimilliardärs Rupert Murdoch, hieß es in US-Medien. Allerdings wird eine solche Gegenofferte angesichts der Höhe des Microsoft-Angebots als nur schwer finanzierbar angesehen.

Mit der angestrebten Übernahme von Yahoo im Wert von rund 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) will Microsoft die Dominanz von Google bei der Online-Suche und der Internet-Werbung brechen. Die Offerte erfolgte nicht einvernehmlich mit Yahoo. Entsprechende Vorschläge Microsofts hatte Yahoo zuvor abgelehnt. Die Übernahme wäre die bisher größte innerhalb der Internet-Branche.

Dabei will Yahoo auch die Chancen ausloten, eigenständig zu bleiben. Der Internet-Pionier gilt seit einiger Zeit als Übernahmekandidat. Das Unternehmen war zwar bald nach der Gründung durch Yang und seinen Kommilitonen David Filo im Jahr 1995 die Nummer eins im Internet. Inzwischen aber ist Yahoo bei den Werbeeinnahmen längst von Google überholt. Google nimmt in zwei Monaten so viel Geld ein wie Yahoo in einem ganzen Jahr und verfügt derzeit weltweit über einen Marktanteil von rund 62 Prozent. Microsoft und Yahoo kämen bei einem Zusammenschluss auf 16 Prozent im milliardenschweren Markt der Internet-Werbung.

sam/AP/dpa-AFX

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