München - Es ist ein gigantisches Sparprogramm, das sich BMW
im September selbst auferlegt hat: Bis zu fünf Milliarden Euro will der Konzern in den nächsten fünf Jahren einsparen, um den stetigen Verfall seiner Margen zu stoppen. Jetzt konkretisiert der Konzern erstmals, wie das funktionieren soll - und wann. Laut Vorstandschef Norbert Reithofer geht die strategische Neuausrichtung noch in diesem Jahr in die entscheidende Phase.
Demnach will BMW seine Personalkosten mit dem angekündigten Abbau von mehreren tausend Stellen um jährlich bis zu 500 Millionen Euro drücken. Wie viele Jobs genau abgebaut werden sollen, ließ BMW offen. Branchenkenner gehen indes davon aus, dass allein in diesem Jahr bis zu 8000 Stellen wegfallen.
Nach Angaben des Autobauers sind in erster Linie Leiharbeiter betroffen, deren Verträge auslaufen. Beim Stammpersonal seien allerdings ebenfalls Maßnahmen vorgesehen, sagte BMW. Der Joabbau soll "sozialverträglich und in einem konstruktiven Dialog mit dem Betriebsrat" vereinbart worden sein. Unter anderem solle Mitarbeitern der Einstieg in die Altersteilzeit angeboten werden. Dazu seien Abfindungsangebote und die Nicht-Besetzung freiwerdender Stellen geplant. Hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte würden weiterhin eingestellt.
Auch bei den Materialkosten sieht BMW großes Einsparpotenzial. Laut Finanzvorstand Michael Ganal belaufen sie sich jährlich auf rund 25 Milliarden Euro. "Wenn wir eine Reduzierung der Materialkosten um beispielsweise drei Prozent pro Jahr annehmen, bedeutet dies ein jährliches Potenzial von rund 750 Millionen Euro", sagt Ganal.
BMW strebt zudem neue Kooperationen an. Derzeit laufen Verhandlungen mit anderen Herstellern über die gemeinsame Nutzung von Komponenten und Motoren. "Die Gespräche sind aber noch nicht abgeschlossen", sagt Ganal. BMW bekräftigte zudem, dass angesichts der Dollar-Schwäche die Produktion und der Einkauf im Dollarraum ausgebaut werden sollen.
Die BMW-Aktie brach trotz dieser Ankündigungen zeitweise um mehr als sechs Prozent ein. Am Nachmittag lag sie noch immer gut drei Prozent im Minus.
ssu/dpa/Reuters
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