Moskau - Gasprom zeigt seine Macht: Der russische Energiekonzern hat der Ukraine erneut mit einem Stopp der Gaslieferungen gedroht - und zwar schon ab Montag. Grund seien ausstehende Zahlungen des Nachbarlands, erklärte der Konzern in Moskau. "Wenn die ukrainische Seite bis Montag das Problem nicht löst, wird Gasprom gezwungen sein, die russische Gasversorgung für die Ukraine zu unterbrechen."
Über die Ukraine fließt ein großer Teil des russischen Gases nach Westeuropa. Russland hatte schon einmal Anfang 2006 der Ukraine den Gashahn zugedreht. Davon war auch die Versorgung in Westeuropa betroffen. Zwischenzeitlich wurden die Lieferungen wieder aufgenommen, latent schwelt der Streit zwischen Moskau und Kiew aber weiter.
Die Ukraine fordert von Russland mehr Geld für die Weiterleitung von russischem Erdgas in den Westen. Das Land argumentiert, es zahle für russisches Erdgas dreieinhalb Mal mehr als noch 2006. Die Einnahmen aus dem Transit von russischem Gas seien dagegen unverändert geblieben. Russland wiederum pocht darauf, dass die Ukraine ihre Schulden aus früheren Gaslieferungen begleicht. Gasprom zufolge handelt es sich dabei um 1,5 Milliarden Dollar.
Auslöser des aktuellen Streits sind verringerte Lieferungen von relativ billigem Gas aus Zentralasien über Russland an die Ukraine. Russland sieht sich deshalb gezwungen, mehr vom eigenen, teureren Gas beizusteuern - wodurch sich der Gesamtpreis erhöhe.
Die neue ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko hatte angekündigt, neue Gasverträge mit Russland auszuhandeln. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko wird am Dienstag zu Gesprächen in Moskau erwartet.
wal/AFP/dpa-AFX
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