Düsseldorf - Die erste offizielle Verlautbarung kam von der Bank selbst. "Zukunft gesichert" hieß der Tenor einer Mitteilung, die die WestLB am frühen Morgen verschickte. Demnach haben sich die Eigentümer der Bank in ihrer nächtlichen Krisensitzung "auf eine umfassende Risikoabschirmung" verständigt. Die Eigentümer selbst - die Landesregierung Nordrhein-Westfalens, die Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen-Lippe sowie die Landschaftsverbände - äußerten sich noch nicht.
WestLB-Büroklotz in Düsseldorf: Die Details der Einigung sind noch unklar - aber sie ist teuer
Die Einigung kam auch auf Druck der Bundesbank und der Finanzaufsicht BaFin zustande. Deren Chefs, Axel Weber und Jochen Sanio, hatten an der nächtlichen Krisenrunde teilgenommen. Die Eigentümer der WestLB waren zuvor lange tief zerstritten. Die Sparkassenverbände wollten die Pläne des Landes zur sogenannten Vertikalisierung der Bank blockieren - das heißt letztendlich zum Einstieg ins Privatkundengeschäft. Das Land wollte den zusätzlichen Drei-Milliarden-Risikoschirm aber nur unter dieser Bedingung bereitstellen.
In einem ersten Schritt will die WestLB 1300 ihrer 5900 Stellen streichen. Auch dies sei auf dem Eigentümertreffen beschlossen worden, schrieben die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa. Mit dem Personalabbau sowie einem Umbau der Bank sollten 300 Millionen Euro jährlich gespart werden.
Die WestLB hatte 2007 durch Fehlspekulationen mit Aktien und die Verwerfungen auf den Finanzmärkten einen Verlust von rund einer Milliarde Euro eingefahren. Zusätzlich sind Abschreibungen von einer Milliarde Euro angekündigt.
Es ist nicht das erste Hilfspaket für de WestLB. Die Eigner hatten sich erst im Januar auf ein Hilfspaket von rund zwei Milliarden Euro geeinigt, um Verluste und Risiken aus der US-Immobilienkrise auszugleichen. Diese Zusage reichte aber nicht mehr aus, denn in den Büchern der Bank schlummern weitere Risiken. Insgesamt stehen der Bank nun fünf Milliarden Euro aus Finanzspritzen und Garantien zur Verfügung.
itz/AP/dpa/AFP/Reuters
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