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Rohstoff-Drehscheibe Zug Im Reich der Rich Boys

3. Teil: Dubiose Rolle in Kolumbien

Glencore und Xstrata stehen aktuell vor allem wegen ihres Engagements in Kolumbien in der Kritik. Laut kolumbianischen Gewerkschaften betrieben die Bergbaukonzerne dort eine Politik der Vertreibung - Glencore bezeichnet diese Berichte als unwahr.

Als ein Beispiel wird das Umland von Carbones del Cerrejón genannt. Dort befindet sich eine der wichtigsten Kohletagbauminen der Welt, größer als der Bodensee. Bis 2002 gehörte sie mehrheitlich einem Ableger des US-Ölgiganten ExxonMobil, dann stockte Glencore seinen Anteil auf. Kurz zuvor wurde das Dorf Tabaco geräumt - 1000 Polizisten und Soldaten vertrieben die noch 110 verbliebenen Familien. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden Häuser mit Bulldozern platt gewalzt.

Glencore weist jede Verantwortung von sich. Als Minderheitsaktionär habe man "keine Kontrolle über das Exxon-Management" gehabt. Vor zwei Jahren verkaufte Glencore seinen Anteil an der Mine an Xstrata. Auf Druck der Öffentlichkeit erklärte sich Xstrata im August zusammen mit den übrigen Eignern bereit, eine unabhängige Untersuchung einzuleiten.

Der kolumbianische Gewerkschafter Sergio Becerra Moreno erhebt noch weiter gehende Vorwürfe. In der Umgebung der Glencore-Mine La Jagua seien Bewohner bedroht und ermordet worden, sagte er SPIEGEL ONLINE. Glencore dementierte auf Nachfrage entschieden, direkt oder indirekt involviert gewesen zu sein. Die Gewerkschaften in Kolumbien starteten alle zwei Jahre eine Kampagne gegen den Konzern, heißt es - denn immer im Frühling würden die Gehälter neu verhandelt. Der Konzern empfing den kolumbianischen Gewerkschafter Ende Januar in Zug, um die Vorwürfe zu besprechen.

Die Beweislage ist schwierig. "Es gab Attentate, Morde und gar Massaker im Umkreis der Minen", sagt Stephan Suhner von der Menschenrechtsorganisation Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien. "Dass Glencore daraus einen Nutzen zog, ist denkbar. Es gibt einige Zeugenaussagen, aber beweisen kann man es nicht."

Fest steht: Glencore macht sich Sorgen um sein Image - und investiert in ungewohnte Öffentlichkeitsarbeit. Mitte Februar engagierte der Konzern hoch bezahlte Imageberater aus London – zu deren Ex-Kunden gehörte schon der Skandalkonzern Enron.

Innerhalb von 24 Stunden organisierte man für SPIEGEL ONLINE über 100 Seiten "Beweismaterial" über Glencores Wohltaten in Kolumbien: Fotos von sanierten Spitälern und Schulen, Berichte aus Lokalzeitungen und Dankesbriefe von Behörden. Die Investitionen in solche Projekte beliefen sich nach Firmenangaben in den vergangenen Jahren auf 1,4 Millionen Dollar.

Menschenrechtler Suhner ist unbeeindruckt von der Summe. Er sagt: "Das entspricht dem Gegenwert der Kohleproduktion von zwei, drei Tagen."

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insgesamt 12 Beiträge
kamau 27.02.2008
sauber sind sie, die saubermänner der schweiz. rechtlich alles wasserdicht und bestens. moralisch jedoch auf unterstem niveau. interessant in diesem zusammenhang, dass schweizer vorwürfe gegen das vorgehen deutschlands gegen [...]
Zitat von sysopHier sind kritische Nachfragen unerwünscht: Ausgerechnet im Schweizer Kanton Zug residieren einige der mächtigsten Rohstoffhändler der Welt - und machen diskrete Milliardengeschäfte mit Öl, Gas, Metall und Kaffee. Ein Blick auf die Geheimnisse einer umstrittenen Branche. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,534596,00.html
sauber sind sie, die saubermänner der schweiz. rechtlich alles wasserdicht und bestens. moralisch jedoch auf unterstem niveau. interessant in diesem zusammenhang, dass schweizer vorwürfe gegen das vorgehen deutschlands gegen steuerhinterzieher immer auf höchstem moralischen niveuau platziert werden. ein lump wer dabei zusammenhänge herstellt. und zwischen geld und moral schon garnicht - oder doch?
barnabas1 27.02.2008
Dass die Rohstoff- und schlimmer noch die Agrarmärkte der Spekulation offenstehen und dort massive Preissteigerungen bewirken, zeigt nur, wie pervers unser Wirtschaftssystem ist. Wenn Hilfsorganisationen durch Verteuerung von [...]
Zitat von sysopHier sind kritische Nachfragen unerwünscht: Ausgerechnet im Schweizer Kanton Zug residieren einige der mächtigsten Rohstoffhändler der Welt - und machen diskrete Milliardengeschäfte mit Öl, Gas, Metall und Kaffee. Ein Blick auf die Geheimnisse einer umstrittenen Branche. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,534596,00.html
Dass die Rohstoff- und schlimmer noch die Agrarmärkte der Spekulation offenstehen und dort massive Preissteigerungen bewirken, zeigt nur, wie pervers unser Wirtschaftssystem ist. Wenn Hilfsorganisationen durch Verteuerung von Lebensmitteln Katastrophenopfern nicht mehr ausreichend helfen können, so ist das auch diesen kriminellen Zwischenhändlern anzulasten. Auch der Ölpreis besteht zu 20-30% aus Spekulationsgewinnen. Jeder mag sich ausrechnen, was ihn das kostet. Schmarotzerstaaten wie die Schweiz, die ihren Reichtum solchen Geschäften verdanken, sollten umgehend international mit schwersten Sanktionen belegt werden.
Smirre.xy 27.02.2008
Ahhh ja es stimmt also doch Geld stinkt eben nicht und der Geldadel lässt es sich in der Schweiz gutgehen,die Schweizer erheben ihre Finger und fordern von den Deutschen Moral und Anstand im Umgang mit Staaten die Steuersünder [...]
Zitat von sysopHier sind kritische Nachfragen unerwünscht: Ausgerechnet im Schweizer Kanton Zug residieren einige der mächtigsten Rohstoffhändler der Welt - und machen diskrete Milliardengeschäfte mit Öl, Gas, Metall und Kaffee. Ein Blick auf die Geheimnisse einer umstrittenen Branche. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,534596,00.html
Ahhh ja es stimmt also doch Geld stinkt eben nicht und der Geldadel lässt es sich in der Schweiz gutgehen,die Schweizer erheben ihre Finger und fordern von den Deutschen Moral und Anstand im Umgang mit Staaten die Steuersünder begünstigen,ein Schelm der dabei Böses denkt.
Big Al 27.02.2008
Herrlich, diese alte Klamotte! Geld und Moral verhalten sich um Zusammenhang gleichartig wie Moral und Neid. Und letzterer Zusammenhang ist sowohl dem Artikel wie auch den Kommentaren zu entnehmen. Der ehemalige [...]
Zitat von kamauein lump wer dabei zusammenhänge herstellt. und zwischen geld und moral schon garnicht - oder doch?
Herrlich, diese alte Klamotte! Geld und Moral verhalten sich um Zusammenhang gleichartig wie Moral und Neid. Und letzterer Zusammenhang ist sowohl dem Artikel wie auch den Kommentaren zu entnehmen. Der ehemalige Bundeskanzler und gegenwärtige Gazpromberater Schröder und der Waffenhändler Karl-Heinz Schreiber lachen sich bestimmt einen Bruch... Irgendwie liebe ich diesen kleinen Freibeuterstaat.
Hermes8 27.02.2008
Nicht alles, was legal ist, ist auch moralisch einwandfrei - das ist sicher richtig. Nur ist natuerlich die Frage, welche moralischen Anforderungen wir formulieren. Eine oeffentliche Moral existiert nicht mehr; vielmehr haben [...]
Zitat von sysopHier sind kritische Nachfragen unerwünscht: Ausgerechnet im Schweizer Kanton Zug residieren einige der mächtigsten Rohstoffhändler der Welt
Nicht alles, was legal ist, ist auch moralisch einwandfrei - das ist sicher richtig. Nur ist natuerlich die Frage, welche moralischen Anforderungen wir formulieren. Eine oeffentliche Moral existiert nicht mehr; vielmehr haben wir es mit einem Sammelsurium an Werten und Ideen zu tun, die an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Situationen in unterschiedlicher Zusammensetzung dargeboten werden. Vielerorts - und zwar auch in der Schweiz - gilt einheitlich lediglich die Maxime: "Moralisch vertretbar ist, was mir und den Meinen dient." Nach dem gleichen Prinzip der Klientelpolitik verfahren aber in Deutschland auch die Gewerkschaften und Parteien, und auch der Staat beginnt langsam, sich auf diese Linie einzurichten, wie man an der juengsten Steuersuenderaffaere sieht. Nicht, dass Steuersuender nicht bestraft werden sollten, aber Gerechtigkeit oder Moral werden dort auch kaum eine Rolle gespielt haben, sondern vielmehr die oeffentliche Wirkung bei einer zunehmend nach links tendierenden Bevoelkerung und die Aussicht auf ein paar Millionen Steuereinnahmen. Auch wenn der deutsche Michel sich das natuerlich wuenscht, wird es wohl kaum jemals dazu kommen, dass ein 'Moralgerichtshof' all diejenigen, die seinem Empfinden nach moralisch verwerflich handeln, bestraft, ihn selbst aber ungeschoren laesst. Daher: Gerechtigkeit und Moral fangen immer bei einem selbst an. Auch wenn es wehtut, moralisch einwandfrei zu handeln, wenn alle anderen sich Vorteile sichern. Und viel einfacher ist, die moralischen Maengel der anderen anzuprangern. Das kann Erfolg haben, kann aber (vor allem, wenn solches Verhalten augenscheinlich keine oder nur marginale Konsequenzen hat) auch inflationaere Folgen haben, wie in Deutschland zu beobachten: "Die da oben nehmen sich ja auch, was sie kriegen koennen - da waere ich ja bloed, das nicht genauso zu machen."
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