Caracas - Venezuelas Präsident Hugo Chávez macht seine Drohung wahr: Die staatliche venezolanische Ölgesellschaft Petroleos de Venezuela (PDVSA) hat nach eigenen Angaben den Verkauf von Rohöl an den amerikanischen Ölkonzern Exxon Mobil
eingestellt und alle Handelsbeziehungen zu dem Unternehmen ausgesetzt.
Exxon-Bohrturm in Venezuela: Streit um Verstaatlichung von Ölfeldern
Dagegen geht Exxon vor Gerichten in den USA, Großbritannien und den Niederlanden vor. Als Sanktion will Exxon Vermögenswerte der PDVSA einfrieren lassen. Ein britisches Gericht erließ im Januar bereits eine einstweilige Verfügung, mit der PDVSA-Werte in Höhe von gut zwölf Milliarden Dollar vorerst gesperrt wurden.
PDVSA bezeichnet das Vorgehen des US-Konzerns als "juristisch-wirtschaftliche Drangsalierung". Wenn in den USA venezolanisches Vermögen eingefroren werde, dann werde Venezuela kein Öl mehr in die USA liefern, sagte Chávez in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache. "Der gesetzlose Exxon Mobil wird uns nie wieder ausrauben." Exxon arbeite mit der Regierung in Washington zusammen und sei Teil einer weltweiten Konzernmafia.
Andere Ölfirmen verhalten sich bei ihren Geschäften in Venezuela weniger konfrontativ: Die Konzerne Chevron
, Total
, BP und Statoil
haben mit der Regierung Vereinbarungen ausgehandelt, um ihre Arbeit in den verstaatlichten Projekten als Minderheitspartner fortzusetzen.
Die USA sind größter Abnehmer venezolanischen Öls. Wie viel Öl PSVSA bislang an Exxon Mobil geliefert hat, ist nicht bekannt.
ssu/AFP/AP/Reuters
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