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Liechtensteiner Stiftungen Alpen-Asyl für flüchtige Millionen

2. Teil: Können Deutsche in Liechtenstein überhaupt legal Steuern sparen?

Können Deutsche in Liechtenstein überhaupt legal Steuern sparen? "In wenigen Einzelfällen kann das funktionieren", sagt Schauhoff. Beispielsweise kann ein Aktienvermögen an eine Stiftung übertragen werden, wenn die Kurse gerade niedrig stehen, sodass in Deutschland eine geringe Steuer anfällt. Die Wertsteigerung würde dann anschließend die Stiftung verbuchen.

Schauhoff will die Liechtensteiner Stiftungen jedoch nicht nur unter dem Blickwinkel der Steuerflucht betrachtet wissen: "Es muss nicht nur steuerliche Gründe geben. Man kann das Vermögen vor dem Zugriff von Gläubigern oder Erben schützen wollen."

All diese Einwände gelten jedoch nur unter der Voraussetzung, dass alles legal läuft. Und weil Liechtenstein ein verschwiegener Finanzplatz ist, der kein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland geschlossen hat, gibt es durchaus Anreize, sein Stiftungsvermögen dem Finanzamt zu verschweigen. Ein bloßer Verdacht auf Geldwäsche, Betrug oder Steuerhinterziehung reicht für die Liechtensteiner Behörden in der Regel nicht aus, um den ausländischen Ermittlern Daten der Stifter preiszugeben.

Auf der schwarzen Liste der Geldwäscher

Das Fürstentum weiß, was es an den vermögenden Kunden aus dem Ausland hat. Just am Donnerstag, als die Kölner Polizei bei Klaus Zumwinkel vorfuhr, stellte in Vaduz Regierungschef Otmar Hasler den Abschlussbericht des "Projekts Futuro" vor. Das Papier soll beantworten, wie es weitergeht mit dem Finanzplatz Liechtenstein.

Einerseits verspricht es einen "verbesserten Schutz von Privatsphäre und Eigentum", andererseits will das Land zum "internationalen Vorbild" der Rechtshilfe werden. Bisher, so bekennt die Regierung freimütig, treiben Finanzämter und Staatsanwaltschaften der großen Länder den Kleinstaat vor sich her - ganz zu schweigen von den Pflichten als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums. Liechtenstein "investiert einen Großteil seiner Energie in die fristgerechte Umsetzung neuer Vorgaben", heißt es in dem Bericht.

Derzeit verhandelt das Land mit der EU-Kommission über ein Anti-Betrugsabkommen. Die EU fordert außerdem, dass Liechtenstein die dritte Richtlinie gegen Geldwäsche übernimmt. Im Wettlauf mit den Regulierern will das Fürstentum jetzt eine "proaktive Rolle" einnehmen, also von sich aus gegen überführte Gesetzesbrecher aktiv werden - damit alle anderen auf Dauer unbehelligt bleiben können.

Vor allem geht es um den guten Ruf. Liechtenstein will zu einem "europäischen Philanthropie-Cluster" werden, einem Haufen Wohltäter also.

Wie schädlich ein schlechter Ruf für das Geschäft ist, musste das Fürstentum schon einmal erleben. Im Jahr 2000 fand Liechtenstein sich auf einer schwarzen Liste "nicht im Kampf gegen die Geldwäsche kooperierender Staaten" wieder - neben dubiosen Finanzplätzen wie den Bahamas oder Nauru. Herausgegeben hatte die Liste die Financial Action Task Force (FATF), eine bei der OECD angesiedelte internationale Organisation. Sie hat sich vor allem dem Kampf gegen die Finanziers von organisierten Kriminellen und Terroristen verschrieben.

Sanktionen kann die FATF nicht verhängen. Aber die vermögenden Ausländer waren verunsichert. Allein 2003 schrumpfte die Zahl der registrierten Stiftungen um mehr als 1100. Das Fürstentum reagierte schnell, erließ Gesetze gegen Geldwäsche, stärkte die Wirtschaftspolizei und richtete die Finanzmarktaufsicht FMA ein.

Von der schwarzen Liste ist Liechtenstein wieder verschwunden. Doch es gibt noch eine zweite Liste der OECD, die der unkooperativen Steueroasen. Auf der steht Liechtenstein nach wie vor - vertrieben hat das bisher kaum einen ausländischen Stifter.

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insgesamt 4218 Beiträge
achwas! 14.02.2008
Sicher ... ... es handelt sich stets um Betrug an der Gemeinschaft.
Zitat von sysopDer Fall Zumwinkel zeigt, dass offensichtlich noch immer immense Steuerflucht-Schlupflöcher existieren - die Staatsanwaltschaft Bochum geht offensiv dagegen vor. Müssen Steuerhinterzieher härter als bisher bekämpft werden?
Sicher ... ... es handelt sich stets um Betrug an der Gemeinschaft.
mitwisser 14.02.2008
Hey moment mal, wenn die Steuerschlupflöcher legal sind, ist alles in Butter! Allerdings bei Steuerhinterziehung sollten wir anders mit den Kameraden umgehen. Aber das schon bei der Steuererklärung. Mit diesem Mist kann man [...]
Zitat von sysopDer Fall Zumwinkel zeigt, dass offensichtlich noch immer immense Steuerflucht-Schlupflöcher existieren - die Staatsanwaltschaft Bochum geht offensiv dagegen vor. Müssen Steuerhinterzieher härter als bisher bekämpft werden?
Hey moment mal, wenn die Steuerschlupflöcher legal sind, ist alles in Butter! Allerdings bei Steuerhinterziehung sollten wir anders mit den Kameraden umgehen. Aber das schon bei der Steuererklärung. Mit diesem Mist kann man sich tagelang abasten und auch noch bezahlen. Der Staat sollte seinen Bürgern mehr Vertrauen entgegen bringen: die Steuerschuld aus dem Einkommen, welches der Steuerbürger angibt, berechnen und einnehmen. Sollte es da zu Diskrepanzen oberhalb von Toleranzgrenzen kommen ( Bei Kontrollen ), dann sollten die Vögel auch schnell eingeknastet werden. In den USA läuft das wohl so ähnlich und das ist gut! Hier haben wir die Untertanen- und Kontroll-Mentalität aus dem 19. Jahrhundert, die nur extreme Kosten verursacht. Also mehr Vertrauen und gleichzeitig bei Mißbrauch dieses Vertrauens: Knast. Das dürfte abschreckend sein! Allerdings muß auch die Frage erlaubt sein, ob es sich angesichts von alljährlich wiederkehrenden Steuerverschwendungen in Milliarden-Höhe nicht schlicht um Notwehr handelt, wenn man nicht alles angibt. Schließlich wird dadurch das schwer verdiente Geld des Steuerzahlers in der Kanalisation versenkt....
firstart 14.02.2008
Es ist nur mit ziemlicher krimineller Energier möglich viel Geld am Staat vorbei zu schleusen. Auf der anderen Seite kassiert das Finantamt derart unverschämt ab, das ich durchaus ein gewisses Verständnis dafür aufbringen [...]
Zitat von mitwisserAllerdings muß auch die Frage erlaubt sein, ob es sich angesichts von alljährlich wiederkehrenden Steuerverschwendungen in Milliarden-Höhe nicht schlicht um Notwehr handelt, wenn man nicht alles angibt. Schließlich wird dadurch das schwer verdiente Geld des Steuerzahlers in der Kanalisation versenkt....
Es ist nur mit ziemlicher krimineller Energier möglich viel Geld am Staat vorbei zu schleusen. Auf der anderen Seite kassiert das Finantamt derart unverschämt ab, das ich durchaus ein gewisses Verständnis dafür aufbringen kann. Zumal, wie sie selber sagen - man sein Geld auch aus dem Fenster werfen kann. So findet es vielleicht jemand der etwas damit anfangen kann. Beim Staat ist das sicherlich nicht der Fall. Zumwinkel ist für mich gestorben. Nicht weil er Millionen am Fiskus vorbei geschoben hat (zumindest der Vermutung nach), sonder weil er sich mit seinem Wissen auch noch erwischen lässt. Unfassbar!
Mule 14.02.2008
Die Schlupflöcher gibt es nur für die "Oberen Zehntausend". Der "Otto Normalverbraucher muß bereits 6,57€ Zinsgewinn auf seinem Girokonto versteuern und Soli dafür entrichten. Außerdem muß O.NV. jedes Jahr all [...]
Zitat von sysopDer Fall Zumwinkel zeigt, dass offensichtlich noch immer immense Steuerflucht-Schlupflöcher existieren - die Staatsanwaltschaft Bochum geht offensiv dagegen vor. Müssen Steuerhinterzieher härter als bisher bekämpft werden?
Die Schlupflöcher gibt es nur für die "Oberen Zehntausend". Der "Otto Normalverbraucher muß bereits 6,57€ Zinsgewinn auf seinem Girokonto versteuern und Soli dafür entrichten. Außerdem muß O.NV. jedes Jahr all seine Einkünfte in der Steuererklärung angeben, ansonsten wird die Kontoführende Bank befragt. So wird es in Niedersachsen gehandhabt - vorher ging man in Bayern und BaWü wesentlich kulanter mit uns um. Das ist Wulffi, der Lieblingsschwiegersohn aller Mütter!!!!!!!!!
Baptist 14.02.2008
... dass der feine Herr mehr oder weniger ungeschoren davon kommt. Jeder kleine Krauter käme wegen Verdunkelungsgefahr in U-Haft, jeder kleine A.... müsste um seinen Arbeitsplatz bangen. Es kommt anscheinend nur auf die [...]
... dass der feine Herr mehr oder weniger ungeschoren davon kommt. Jeder kleine Krauter käme wegen Verdunkelungsgefahr in U-Haft, jeder kleine A.... müsste um seinen Arbeitsplatz bangen. Es kommt anscheinend nur auf die Dimensionen an. Die Kleinen hängt man wegen den mehr oder weniger steuerlichen Kleinigkeiten, die sie begehen können, die Großen lässt man laufen. Da hilft das ganze großkotzige Gerede von der Verfolgung von Steuerflüchtlingen nichts.
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