Peking - Die Handelsplattform hat durchaus Gewicht: Nach eigenen Angaben bietet das von dem chinesischen IT-Fachmann Jack Ma gegründete Unternehmen namens Alibaba 24 Millionen Nutzern die Gelegenheit, ihre Geschäfte abzuwickeln, in erster Linie kleinen und mittleren Unternehmen. Im vergangenen November brachte Ma Alibaba an die Börse und schaffte damit den zweitgrößten Börsengang eines Internetunternehmens nach Google im Jahr 2004. Der Verkauf der Aktien brachte umgerechnet rund eine Milliarde Euro ein.
Doch jetzt zeigen die Chinesen Reue. Denn sollte der Softwareriese Microsoft die Übernahmeschlacht um Yahoo gewinnen, stünden sie künftig unter Kuratel des US-Giganten. Denn Yahoo ist mit einem 39-Prozent-Anteil der größte Aktionär im Hause Alibaba. Den Chinesen ist die Vorstellung, Microsoft zu dienen, jedoch offensichtlich ein Graus. Deshalb fordern sie ein Mitspracherecht im dem milliardenschweren Übernahmepoker. Sollten die Gespräche über eine Übernahme Yahoos durch Microsoft konkreter werden, wolle Alibaba daran beteiligt werden, sagte heute eine Person aus dem Beraterumfeld des Unternehmens.
Ihr Recht zur Mitsprache gründet Alibaba auf einer Vereinbarung mit dem US-Internetkonzern, die vorsieht, dass die Chinesen bei der Verteilung der Anteile mit jedem neuen Besitzer ihr Plazet geben müssen. Eine offizielle Stellungnahme lehnte Alibaba zu diesem Zeitpunkt ab.
Die Alibaba-Führung geht den Beraterkreisen zufolge davon aus, dass Microsoft sich mit seinem Werben um Yahoo letztendlich durchsetzen wird. Für den Fall wolle die Konzernführung sicherstellen, dass sie weiter unabhängig bleibe. Zwar sitzt Yahoo-Chef Jerry Yang im vierköpfigen Führungsgremium bei Alibaba. Der chinesische Konzern führt aber eigenständig seine Geschäfte. Daneben betreibt er auch das China-Geschäft von Yahoo. Yahoo hat die sich ursprünglich auf knapp 45 Milliarden Dollar belaufene Übernahmeofferte von Microsoft als zu niedrig zurückgewiesen.
mik/Reuters
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