Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
18.02.2008
 

Yahoo-Übernahme

Chinesen wollen Microsoft außen vor halten

In der Übernahmeschlacht um Yahoo meldet sich eine Partei zu Wort, der nach normalen Ermessen überhaupt kein Mitspracherecht zusteht: die Chinesen. Sie wollen nicht, dass eines ihrer Unternehmen, an dem Yahoo Anteile besitzt, unter die Fittiche von Microsoft gerät.

Peking - Die Handelsplattform hat durchaus Gewicht: Nach eigenen Angaben bietet das von dem chinesischen IT-Fachmann Jack Ma gegründete Unternehmen namens Alibaba 24 Millionen Nutzern die Gelegenheit, ihre Geschäfte abzuwickeln, in erster Linie kleinen und mittleren Unternehmen. Im vergangenen November brachte Ma Alibaba an die Börse und schaffte damit den zweitgrößten Börsengang eines Internetunternehmens nach Google im Jahr 2004. Der Verkauf der Aktien brachte umgerechnet rund eine Milliarde Euro ein.

Eine Plakattafel von Yahoo: Alibaba verlangt Beteiligung an den Geschsprächen
Zur Großansicht
DPA

Eine Plakattafel von Yahoo: Alibaba verlangt Beteiligung an den Geschsprächen

Doch jetzt zeigen die Chinesen Reue. Denn sollte der Softwareriese Microsoft die Übernahmeschlacht um Yahoo gewinnen, stünden sie künftig unter Kuratel des US-Giganten. Denn Yahoo ist mit einem 39-Prozent-Anteil der größte Aktionär im Hause Alibaba. Den Chinesen ist die Vorstellung, Microsoft zu dienen, jedoch offensichtlich ein Graus. Deshalb fordern sie ein Mitspracherecht im dem milliardenschweren Übernahmepoker. Sollten die Gespräche über eine Übernahme Yahoos durch Microsoft konkreter werden, wolle Alibaba daran beteiligt werden, sagte heute eine Person aus dem Beraterumfeld des Unternehmens.

Ihr Recht zur Mitsprache gründet Alibaba auf einer Vereinbarung mit dem US-Internetkonzern, die vorsieht, dass die Chinesen bei der Verteilung der Anteile mit jedem neuen Besitzer ihr Plazet geben müssen. Eine offizielle Stellungnahme lehnte Alibaba zu diesem Zeitpunkt ab.

Die Alibaba-Führung geht den Beraterkreisen zufolge davon aus, dass Microsoft sich mit seinem Werben um Yahoo letztendlich durchsetzen wird. Für den Fall wolle die Konzernführung sicherstellen, dass sie weiter unabhängig bleibe. Zwar sitzt Yahoo-Chef Jerry Yang im vierköpfigen Führungsgremium bei Alibaba. Der chinesische Konzern führt aber eigenständig seine Geschäfte. Daneben betreibt er auch das China-Geschäft von Yahoo. Yahoo hat die sich ursprünglich auf knapp 45 Milliarden Dollar belaufene Übernahmeofferte von Microsoft als zu niedrig zurückgewiesen.

mik/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles zum Thema Kampf der Internet-Giganten

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP