Moskau - Im Geschacher um Lieferpreise für russisches Öl ist Deutschland erneut zum Spielball geworden: Der russische Erdölkonzern Lukoil hat für Februar seine Lieferungen nach Deutschland gestoppt. Wie Rohstoffhändler heute berichten, will das Unternehmen damit bei Sunimex, dem deutschen Generalimporteur für russisches Öl, höhere Preise erzwingen.
Ursprünglich wollte Lukoil im Februar 520.000 Tonnen Öl in die Bundesrepublik liefern. Unklar ist, ob andere russische Lieferanten für Lukoil einspringen. Brancheninsider spekulieren, dass deutsche Raffinerien versuchen, auf dem Seeweg Öl zu importieren.
Es ist nicht das erste Mal, dass Lukoil versucht, sich mit einem Lieferstopp Sunimex gefügig zu machen: Im Juli 2007 hatte Russland seine Öllieferungen nach Deutschland deutlich gedrosselt - bis Sunimex sich bereit erklärte, mehr Geld für das russische Öl zu zahlen. Einige Monate vorher hatte es bereits einen weiteren Lieferstopp gegeben. Der dreitägige Boykott löste heftige politische Diskussionen über die Verlässlichkeit der Energielieferungen aus. Über die betroffene Druschba-Pipeline bezieht Deutschland etwa ein Fünftel seines Bedarfs.
sil/Reuters
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