Wirtschaft



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22.02.2008
 

Vergleichstabelle

Gasversorger erhöhen Preise um bis zu 14 Prozent

Preisschock für Millionen Gaskunden: Rund 140 Versorger erhöhen erneut ihre Tarife, ein durchschnittlicher Haushalt kommt auf Mehrkosten von bis zu 186 Euro. Besonders kräftig langen die großen Energiekonzerne zu - SPIEGEL ONLINE zeigt, wer wie viel zahlen muss.

Hamburg - Die Energiepreise steigen und steigen - und ein Ende ist nicht in Sicht. Erst zum Jahreswechsel hatten Hunderte Gasversorger ihre Tarife angehoben - jetzt startet die nächste Welle. Laut Verbraucherportal Verivox erhöhen mindestens 140 lokale Gasversorger im Frühjahr die Gaspreise. Im Schnitt steigen sie um 6,6 Prozent. Als Grund nennen die Unternehmen gestiegene Beschaffungskosten und das hohe Niveau beim Ölpreis, an den der Gaspreis gekoppelt sei.

Gasflamme: Die Unternehmen argumentieren mit gestiegenen Bezugskosten
DPA

Gasflamme: Die Unternehmen argumentieren mit gestiegenen Bezugskosten

Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden kommt durch die Preiserhöhung auf eine jährliche Mehrbelastung von 85 Euro. Den stärksten Preissprung müssen die Kunden der Stadtwerke Reichenbach im Vogtland hinnehmen: Hier steigt der Gaspreis um 14,1 Prozent, was für einen Musterhaushalt Mehrkosten von 186 Euro bedeutet (siehe Tabelle).

Überdurchschnittlich hoch fallen auch die Preiserhöhungen bei den Energieriesen EnBW und RWE aus. So hat EnBW Gas eine Verteuerung von 8,3 Prozent zum 1. April angekündigt. Bei RWE Westfalen-Weser-Ems steigen die Preise zur gleichen Zeit sogar um 10,1 beziehungsweise 9,5 Prozent, je nach Lieferregion. Beide Konzerne vermeldeten zuletzt deutliche Gewinnsprünge bei den Betriebsergebnissen.

Verbraucherschützer haben in dieser Woche an die Erdgaswirtschaft appelliert, die angekündigten Erhöhungen zurückzunehmen. Die Preise für Gasimporte seien im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent gesunken. Dass die Verbraucher mehr bezahlen sollten, während die Bezugspreise im Großhandel sinken, sei nicht nachvollziehbar. Die örtlichen Gasversorger hätten schon längst die Möglichkeit gehabt, sich aus den langfristigen Bezugsverträgen mit ihren Vorlieferanten zu verabschieden und günstigere Bezugsmöglichkeiten zu erschließen.

Das Verbraucherportal Verivox rät Gaskunden nun zu einem Preisvergleich, um möglicherweise den Anbieter zu wechseln. Auch Verbraucherschützer rufen dazu auf - sowohl bei Gas als auch bei Strom. So verbucht der Bundesverband der Verbraucherzentralen seine bundesweite Kampagne zum Stromanbieterwechsel als Erfolg. Unter dem Motto "Strom. Jetzt wechseln. Jetzt sparen" setzten sich die Verbraucherschützer gegen Preiserhöhungen bei Stromversorgern zur Wehr. "Ein Wechsel ist einfach und ohne Risiko möglich", teilte der Verband heute mit. Energiekunden könnten auf diese Weise "bares Geld sparen".

Im vergangenen Jahr haben rund zwei Millionen Kunden ihren Anbieter oder Tarif gewechselt. 1,2 Million davon entschieden sich für einen komplett neuen Anbieter - 800.000 Kunden haben einen anderen Tarif beim bisherigen Versorger gewählt. Damit haben sich die Wechselzahlen gegenüber 2006 mehr als verdoppelt.

Anbieterwechsel - so funktioniert's

In wenigen Minuten zum Ziel

Der Wechsel des Stromanbieters ist sehr einfach. Für die Formalitäten braucht man nur wenige Minuten. Im Kern gilt das Gleiche auch für Gaskunden, wobei der Markt hier aber erst langsam in Bewegung kommt. Wechselwillige Kunden sollten Folgendes beachten.

Verbrauch ermitteln

Die Suche nach dem passenden Anbieter

Die Auswahl

Ökoanbieter

Die Formalitäten

Die Technik

wal

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