Wirtschaft


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Kommentar Schröders ungedeckter Scheck

Viele hatten dem Kanzler prophezeit, er könne sich bei seinem Rettungsversuch für den überschuldeten Holzmann-Konzern eine blutige Nase holen. Doch mit einem Kraftakt zog Gerhard Schröder den Bauriesen aus dem Pleitesumpf. Die Krise ist damit nicht bewältigt.

Der Kanzler pokerte hoch. Nach zwei erfolglosen Sanierungsversuchen der Banken warf er sein politisches Schwergewicht in die Schlacht, um die Arbeitsplätze im seit Jahren maroden Holzmann-Konzern zu retten. Seine Motivation war lauter, aber auch durchsichtig: Kurz vor dem SPD-Parteitag im Dezember musste der SPD-Chef sich seiner Partei als soziale Gallionsfigur präsentieren. Mit seiner Überzeugungskraft und reichlich Staatsknete hat er das geschafft, indem er die zunächst störrischen Banken auf seine Seite zog.

Doch wie lange hält der politisch erkaufte Holzmann-Coup? Seit Jahren, das sagen alle Experten, litt der Bauriese wie die gesamte Branche unter der Flaute am Bau, steuerten ein offenbar unfähiges Management und desinteressierte Aufsichtsgremien das Frankfurter Unternehmen auf den Abgrund zu, hing Holzmann am Tropf der Banken. Insofern ist die Rettung nur ein ungedeckter Scheck auf die Zukunft.

Die traditionsreiche Philipp Holzmann AG muss von Grund auf ausgemistet, umgekrempelt und saniert werden. Andernfalls mögen die 17.000 Beschäftigten und die zig Tausend Mitarbeiter der Zulieferfirmen vielleicht noch einmal schöne Weihnachten verleben. Doch schon im nächsten Jahr könnten erneut Milliarden in Baugruben versenkt worden sein. Und dann, da mag sich Schröder noch so ins Zeug werfen, dürfte dem 150 Jahre alten Konzern das letzte Stündlein geschlagen haben.

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