Wirtschaft



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25.02.2008
 

Fahndungsbilanz

Fast alle Steuersünder haben gestanden

Von Barbara Schmid

Für die Fahnder ist es ein Festtag: Die Staatsanwaltschaft Bochum will jetzt eine erste Bilanz des Steuerskandals ziehen - sie wird äußerst positiv ausfallen. Seit sie vor zehn Tagen bei Post-Chef Zumwinkel zuschlugen, ermittelten die Fahnder gegen mehr als hundert Beschuldigte, fast alle gestanden.

Düsseldorf - Die erste Welle dauerte zehn Tage, jetzt ist sie vorbei. Zehn Tage lang haben die Fahnder der "EK (Einsatzkommission) Liechtenstein II" gegen deutsche Steuersünder ermittelt, sie haben Privathäuser durchsucht, Verdächtige vernommen, belastendes Material zusammen getragen. Morgen ziehen sie erstmals Bilanz. Eine überaus positive Bilanz.

Staatsanwaltschaft Bochum: Fast 40 Einsätze durchgeführt
DPA

Staatsanwaltschaft Bochum: Fast 40 Einsätze durchgeführt

Den Auftakt machte die Razzia beim inzwischen zurückgetretenen Post-Chef Klaus Zumwinkel. Danach gingen 37 Steuerfahnder aus dem Bereich der Oberfinanzdirektion Rheinland unter der Leitung der Bochumer Staatsanwaltschaft nach einem lange vorbereiteten Plan in fünf Städten gegen Steuersünder vor. Unterstützt wurden sie von mehreren hundert Polizeikräften. Schwerpunkt war München, wo fast 40 Einsätze durchgeführt wurden.

Dabei konnten die Ermittler außergewöhnlich gutes Belastungsmaterial präsentieren - außer Kopien der Personalausweise von Besitzern liechtensteinischer Stiftungen auch umfangreiche Konten-Unterlagen sowie Details aus Beratungsgesprächen mit der liechtensteinischen LGT-Bank. Die Beweise waren so erdrückend, dass nach SPIEGEL-Informationen fast alle der mehr als hundert Beschuldigten direkt gestanden haben.

Fahnder, die bei ähnlichen "Hausbesuchen" schon Wutgeschrei und Nervenzusammenbrüche erlebt haben, berichten von ausgesprochen sachlichen Gesprächen. Teilweise wurden ihnen sogar Kaffee und Kuchen zum Geständnis serviert.

In den nächsten Wochen sollen die Ermittlungen weiter gehen. Noch gut 600 Stiftungen müssen abgearbeitet werden. Wie die Bochumer Staatsanwaltschaft und die Wuppertaler Steuerfahndung vorgehen werden, soll in dieser Woche besprochen werden.

Die bisher gezahlten "Sicherungsleistungen", alleine vier Millionen Euro von Klaus Zumwinkel, übertreffen die Ausgaben für das Informationsmaterial des BND schon jetzt bei weitem, heißt es in Ermittlungskreisen. Der BND hatte rund fünf Millionen Euro für die Beschaffung einer DVD mit belastendem Bank-Material aus Liechtenstein ausgegeben.

Ein Geheimnis machen die Ermittler noch um die zweite Bank, die ebenfalls in Liechtenstein Gelder von Deutschen steuersparend verwalten soll. Auf diese Bank sollen die Fahnder bei Vernehmungen in der vergangenen Woche gestoßen sein. Ein Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft berichtet von "Querverbindungen". Details sind noch nicht bekannt.

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