München - Der Siemens-Konzern hat den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen bei seiner Kommunikationssparte SEN bestätigt. Allein in Deutschland würden bis zu 2000 Stellen gestrichen, weltweit seien es 3800, teilte der Konzern in München mit.
Siemens-Gebäude in München: "So sozialverträglich wie möglich"
Von weiteren 3000 Beschäftigten will sich Siemens
durch Verkäufe und Partnerschaften trennen. In Deutschland sind davon 1200 Mitarbeiter betroffen.
Vor dem Verkauf will Siemens die Umbaumaßnahmen offenbar selbst in der Hand behalten, um ein ähnliches Debakel wie nach dem Verkauf der Handysparte an BenQ zu vermeiden.
"Wir werden den beschleunigten Umbau von SEN und den damit verbundenen Sanierungskurs unter der Kontrolle von Siemens beginnen", erklärte Finanzchef Joe Kaeser. Auf diese Weise wolle der Konzern "sicherstellen, dass die mit der Sanierung einhergehenden Personalmaßnahmen so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden". Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern über einen Sozialplan sollen unverzüglich beginnen.
Weltweit sind in der SEN-Sparte rund 17.500 Mitarbeiter beschäftigt. Der Konzern will sich schon seit längerem von Siemens Enterprise Communications - zuvor Siemens Enterprise Networks - trennen. Die Verhandlungen mit drei Interessenten sind dem Konzern zufolge weit fortgeschritten.
Von dem drastischen Stellenabbau ist vor allem die Zentrale in München mit derzeit rund 1700 Beschäftigten betroffen. Zudem wolle SEN künftig auf eine eigene Fertigung verzichten, teilte der Konzern mit. Daher solle das SEN-Werk in Leipzig mit derzeit rund 530 eigenen Mitarbeitern verkauft oder "in Lösungen mit Dritten eingebracht werden".
Gleiches gelte für die Fertigungsstätten in Thessaloniki (Griechenland) und Curitiba (Brasilien). "Im Einzelfall kann eine Schließung nicht ausgeschlossen werden."
Die Börse begrüßte das Sparprogramm. Siemens-Aktien haben im frühen Handel mehr als ein Prozent gewonnen.
Die IG Metall warf Siemens Verantwortungslosigkeit vor. "Bis heute fehlt es an einem offensiven Gesamtkonzept", erklärte der bayerische Gewerkschaftschef Werner Neugebauer. Die Arbeitnehmer seien aber bereit, über Lösungen mit echten Perspektiven zu verhandeln. "Wir hoffen, dass Siemens aus dem Desaster bei BenQ gelernt hat."
wal/dpa/Reuters/AP
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